Bereit für die drei Ws: Wind, Wetter und Winter


Hermann


Unser Hermann hat wenig Zeit mit uns zu Radeln, da er eine Schülergruppe trainiert. Doch wenn seine Jungen irgendwo in deutschen Landen am Start zu einem Rennen stehen taucht er bei uns auf. Und dann gibt es meistens auch etwas zu bestaunen und als Folge auch zu erzählen. Heute waren es die drei W´s:

Wind, Wetter, Winter.

Oder anders ausgedrückt: Unser Hermann erläuterte sein neues

Winter- / Allzweck-Rennrad.

Hermann ist inzwischen auch schon ein Oldie geworden, aber sportlich und technisch durch viele Rennen zu einem Profi gewachsen. Es gibt wohl keine technische (und sportliche) Frage, die er nicht zu beantworten weiß. Und wer mit ihm einmal fährt fühlt sich gleich in einem Grundkurs Rennradfahren.
Hermann hat mehrere Räder. Aber im letzten Herbst hat es ihn wieder gejuckt und er hat sich ein Winter- / Allzweckrad zugelegt.
Der Grund war: Er wollte sein Zeige-Rennrad im Winter und bei schlechtem Wetter schonen.
Er ist halt ein Allwetterfahrer. Auch hat es ihn gereizt, wenn es die Situation gerade ergibt, auch auf Feldwegen zu radeln.
Worauf hat unser Hermann beim Kauf geachtet:

1) Der Rahmen
a) Der Rahmen ist für breite Voll-Schutzbleche geeignet.
b) Der Rahmen ist   anodisiert und nicht lackiert, d.h. er rostet nicht und ist salzresistent.
c) Der Rahmen hat integrierte Lötösen für Schutzbleche und Gepäckständer.
d) Die Rahmengabel im Hinterbau ist für die Montage von Vollschutzbereifung bis 35 mm Reifenbreite geeignet.

2) Voll-Schutzbleche (damit man trocken bleibt)
Feste Schutzbleche sind das wichtigste Schlecht-Wetter-Tuning,  man bleibt trocken und damit gerne länger im Sattel! Voll-Schutzbleche überlappen den Mantel. Man wird nicht schmutzig. Hermann hat aus optischen Gründen (sie fallen gleich ins Auge) flache Schutzbleche aus Aluminium gewählt.

3) Mountainbike-Pedale
Hermann hat Mountainbike-Pedale aus Sicherheitsgründen gewählt. Zudem passen seine Schuhe dann auch zu seinem Mountainbike.

4) Unplattbarer Mantel und mehr Grip auf feuchter Straße.
Hermann hat sich für einen 32mm-Mantel mit Rundum-Kevlar-Einlage entschieden. D.h. es gibt keine Wege, die er nicht fahren kann.
Hermann schwört auf spezielle Gummis als Reifenbelag mit mehr Grip.
Drei Kriterien sollte ein Herbst-/Winterreifen erfüllen:
--- er sollte eine griffige Gummimischung haben, die auch bei Nässe und Kälte Grip bietet,
--- er sollte eine Pannen-Rundumschutzschicht haben, die Rollsplitt, Ästen und Frostrissen im Asphalt widersteht,
--- und ein größeres Reifenvolumen aufweisen (bei Hermann 32mm)

5) Scheibenbremsen mit Seilzug
Hermanns Allzweckrad hat vorne und hinten Scheibenbremsen mit Seilzug. Für Scheibenbremsen ohne Seilzug muss man schon einige Hunderter mehr hinblättern.
Gründe zur Entscheidung waren:
--- sie sind wartungsarm
--- sie haben auch bei schlechtesten Wetterlagen eine optimale Wirkung.



6) Kettenschaltung
Hermann hat sich für eine normale Rennrad-Kettenschaltung entschieden. Alternativen (aber auch sehr in den Geldbeutel greifend) wären Nabenschaltungen von Rohloff bzw. Shimano gewesen.

7) Nabendynamo
Darauf hat Hermann verzichtet, er ist kein Nachtfahrer, ihm langt die Akku-Beleuchtung mit einer Halogenlampe vorne und hinten.
Ganzjahresfahrer schwören auf einen hochwertigen Nabendynamo und die passende Lampe Edellux. Der Dynamo muss aber eingespeicht werden, was noch einmal etliche Euro (Felge und Arbeitszeit) kostet. Es ist alles eine Frage des Geldes.
Wer oft bei Dunkelheit und Dämmerung (z.B. auch zur Arbeit) fährt, sollte in eine feste Lichtanlage investieren.
Aber selbstverständlich hat sein Rad Akku-Beleuchtung.



Hermann ist ein Randonneur, ein Ganzjahresfahrer, der Nässe, Schmutz und Kälte trotzt.

Hermann könnte natürlich viel mehr erzählen, über Radsportkleidung, über die Verpflegung, über die Radpflege nach einer Schlechtwetterfahrt, über das Rennradfahren selbst. Aber das wären dann andere Themen.

Mit Radlergruss
Dieter