Liebe Radsportfreundinnen und -freunde,

 

dieser Brevet hinterließ gemischte Gefühle bei mir, aber die positven Emotionen haben guter letzt  gewonnen.

Was ist passiert?

Schon in der Nacht zuvor hatte ich schlecht geschlafen und geträumt meinen Zug (Abfahrt in Erlangen um 5:56) zu verpassen. Als ich aufwachte war es 4:00 - an Schlaf war nicht mehr zu denken und somit bin ich gleich aufgestanden. Dadurch erreichte ich sogar noch die S-Bahn um 5:44.

Dann erreichte mich am Start noch die Nachricht, dass zwei Radonneure ein paar Tage plötzlich gestorben sind (Fahrrad-Unfall bzw. Herzinfarkt). Um so erstaunlicher war für mich während der Tour, dass selbst gut ausgebaute Radwege entlang stark (und schnell) befahrener Straßen ignoriert wurden. Dann krachte es noch gleich auf den ersten Kilometern (was ich erst später erfahren habe). Angeblich ist eine Radlerin mit einen Auto kollidiert.

In meiner Gruppe ging es gleich zur Sache. Schnell wurde gefahren - unharmonisch, immer dieselben im Wind. Kaum Zeit die Landschaft zu genießen, geschweige Bilder zu machen. Dann bei der ersten Kontrolle ging es husch husch schnell weiter. Das ist nicht mein Ding und ließ sie fahren. Die nächsten Kilometern fuhr ich alleine - knipste den ein oder anderen Schnappschuss und genoss das gemütliche Oberbayern. Etwas  unsicher war ich, ob ich noch auf der richtigen Strecke war (baute meinen eigenen Stress). Dies führte dazu, dass ich anstatt mein frisch gekauftes Leberkäs-Weckla zu verspeisen mich an die nächste Gruppe heftete, die gerade vorbeihuschte. Doch auch diese Gruppe funktionierte nicht so richtig.

Erst als die Dachauer Soli mit Jörg auf seinen Single-Speed (ohne Freilauf) auf uns aufschloss ging es besser. Mit ihnen erreichte ich schnell Kloster Andechs. Hier sind wir gemütlich in den Biergarten eingekehrt. Dann habe ich noch den Ammersee und die schneebedeckte Bergkulisse genossen, bevor ich wieder Richtung Norden fuhr. Hier schloss ich auf mein "Leberkäs-Weckla" - Gruppeto auf. Nun funktionierte die Gruppe besser, da wir etwas langsamer fuhren. Mit dieser Gruppe erreichte ich die nächste Kontrolle in Altomünster, wo diese in eine Pizzeria einkehrte (worauf ich keine Lust hatte, da ich ja noch einen leckeren Granatsplitter in der Tasche hatte). Wieder gemütlich radelte ich alleine weiter, bis, ja bis wieder die Dachauer Soli mich ein- und überholte. Doch Dank des Single-Speed-Fahrrads ohne Freilauf schloss ich mit einer rasanten Abfahrt auf.

Zu viert in der Gruppe ging es mit hohen Tempo Richtung Heimat. Jörg kannte die Strecke auswendig. Nach etwa 30 km bemerkte ich, dass ich meine Kamera verloren habe (wahrscheinlich auf der Abfahrt). Mist - meinen schönen Bilder sind weg (WER hat eine SANYO-Kamera auf der Strecke zwischen Rapperzell und Kühbach gefunden??)

Nach kurzer Rast in Neuburg an der Donau ging es auf den letzten Kilometern. Schon jetzt musste ich mich kräftig anstrengen, um nicht aus den Quartett herauszufallen. Doch nach 30 km war es am letzten Anstieg hoch nach Osterdorf vorbei, ich musste die 3 Radler fahren lassen. Doch voller Kameradschaft und Sportsgeist warteten diese auf den Anhöhe auf mich, so dass wir gemeinsam weiteradelten. Nun fing es noch kräftig an zu regnen. Binnen weniger Kilometern waren wir klitschnass. An jeder kleine Anhöhe musste ich nun wieder abreißen lassen. Dennoch kamen wir gemeinsam ins Ziel, da das Trio sogar umwendete um mich auf den letzten Metern abzuholen. Chapeau. Herzlichen Dank !!!!

Leider hatten wir im Ziel nicht die Chance uns noch groß zu unterhalten.  Wir verloren uns aus den Augen, da sie ihre Sachen im Auto verstauten. Ich wollte nur noch heim. So versorgte mich Heidi noch mit einer heißen Suppe und dann bin ich zum Zug geradelt. Immer noch regnete es in Strömen. Ankunft "Just in time" am Bahnhof um 21:59, schnell rein in den Zug und schon fuhr er um 22:01 los. Von Erlangen bin ich dann im Regen heim gefahren - am Schluss standen 368 km auf den Tacho.

Fazit:

  • Trotz eines aktuellen Todesfalls wird immer noch zu wenig auf die eigene Sicherheit geachtet (Missachten guter Radwege!)
  • Kamera weg - Keine Bilder - der Bericht schaut somit absolut langweilig aus! 
  • Durch die Gruppendynamik immer zu schnell gefahren - als Solofahrer bin ich nie so kaputt danach
  • Tolle Kameradschaft der Randonneure.

Mal sehen, was der 400er Brevet so bringt.

 

Roland

Anbei die gefahrene Route:


Radroute 1527004 - powered by Bikemap 

 

Insgesamt war ich 18,5 Stunden außer Haus, was einen 20er Schnitt bedeutet (inkl. Pausen und Zugfahrt).

 

Nachtrag:

Hier noch ein Video vom tapferen Single-Speed-Fahrer:

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