BMW-Cup 2009

Roland

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32. Vierer-Mannschafts-Zeitfahren am 20.09.2009 in Ismaning ( Muenchen )

Vorab ein Kurzinfo:

Fahrer: --- Michael D. --- Michael W. --- Klaus R.  --- Roland Sch.  ----
Streckenlaenge: 70 km (9 Runden a 7,767 km)
Wetter sonnig und nahezu windstill, d.h. ideale Rennbedingungen

Auszug der Ergebnisliste

PLATZ  FIRMA ZEIT Schnitt
01 BMW-Allstar-Team 1  01:25:54 48,89 km/h
27 Adidas 1 01:34:41  
29 Siemens Radsportgruppe Erlangen 1:34:59 44,2 km/h
31 Adidas 2 01:35:38  


 

 

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Bilder-Galerie BMW-Vierer-Mannschaftszeitfahren 2009
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Diese Geschichte beginnt bei mir im Juni. Unerwartet hatte ich unsere Vereinsmannschaft 2009 bei der Konkurrenz von 6 Teilnehmern gewonnen, wurde mir doch so gleich offenbart, dass ich damit auch die Teilnahme am BMW-Zeitfahren in Ismaning gewonnen hatte. Ein Blick auf unsere bisher gefahrenen Zeiten / Geschwindigkeiten reichte für mich aus, um zu wissen: „Roland, das Ding ist mindestens Nummer zu groß für Dich“.

Als dann unser Heiko seine Mitstreiter suchte, war ich dann auch gleich aktiv, um angemessenen Ersatz für mich zu finden. Meine Strategie funktionierte wunderbar. So meldete sich aus unserer Mittwochs-Gruppe der Michael D. und Michael W. ( die Lokomotive aus Schonungen ),  der bei uns ebenfalls alle 4 Wochen mitradelt. Als vierter Mann brachte der Michael D. seinen Kumpel Klaus R. aus Schwabach ins Team. Der Vierer stand. Anstandshalber meldete ich mich beim Heiko noch als Ersatzfahrer, doch als ich auf der offiziellen Starter-Liste ( Team 31 ) den Benny sah, war für mich der Fisch geputzt. Keine Teilnahme im Jahr 2009.

Unser Vierer trainierte ab und an und nutzte die Mittwochs-Gruppe, um sich warm zu fahren. Doch plötzlich rief mich am Dienstag vor den Rennen der Heiko an: Er sei auf den Weg zu Arbeit mit einem Fußgänger kollidiert und liegt verletzt daheim. Am Sonntag könne er auf alle Fälle nicht starten. Der Ersatzfahrer Benny habe sich all die Monate nie gemeldet und ein neuer Ersatzmann wird benötigt.
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Unsere Vierer-Mannschaft (von links nach rechts) Roland S., Klaus R., Michael D., Michael W.

Ach Du Dicke Frau Holle – Shit happens. Leicht zögernd konnte ich mich überwinden und sprang ein, da ja sonst überhaupt kein Vereinsmitglied am Start wäre. Am Donnerstag fand ein letztes, kurzes Training statt, auf den wir hauptsächlich den Start, Wechsel und Reihenfolge abstimmten. Noch ganz kaputt vom RTF in Ammerndorf und von der Mittwochs-Runde, bei der ich unbedingt die 2000 km überqueren wollte, konnte ich den anderen drei Jungs kaum folgen ( oder lag es an meinen alten Stahl-Drahtesel mit Lenkertasche? ). Was soll das am Sonntag nur werden?

 

Unsere Vierer-Mannschaft (von links nach rechts) Roland S., Klaus R., Michael D., Michael W.
Dieses Bild soll nicht nur die Koepfe der Radler herausheben, sondern auch die schoenen neuen Vereinstrikots zeigen. Die Farben (blau, weiss, rot) kommen klar heraus, d.h. das Bild wurde vor dem Rennen aufgenommen. Nach dem Rennen waere das Trikot mit Schweiss getraenkt.
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Nach zwei Regenerations-Tagen trafen wir uns am Sonntagmorgen um 8:00. Wolfgang chauffierte uns zur Rennpiste nach Ismaning und gab uns noch ein paar Tipps, da aus unserem Vierer KEINER das Rennen jemals gefahren war bzw. die Strecke kannte.

Am Start angekommen sahen wir die Startreihenfolge. Wieder Platz 2 und hinter uns die starke Buchstaller-Truppe. C'est la vie. Erstmal Transponder ans Rad befestigen ( neu in Jahr 2009 ) und die Startnummern auf den Trikots anstecken. Wir trugen nagelneue Trikots, welche leider nur in der Größe M verfügbar waren - da konnte wirklich nichts mehr flattern. Und dann ging es hinaus auf die Einführungs-Runde. Schon war die Zeit gekommen, um sich an den Start einzufinden.

Ebenfalls neu war dieses Jahr die Start-Uhr. Noch 10 Sekunden – Beep – Countdown – Zero – Beep und schon sauste Mannschaft 1 los. Einen Augenblick später stürzte der Zeitrichter aus der Kabine und stellte zu seinen Entsetzen fest, dass die Mannschaft eine Minute zu früh gestartet ist. Alles zurück. Neustart. 10 Minuten Warten bis Mannschaft 1 wieder im Start stand. Puuh, welch ein Glück, dass wir Nr. 2 und nicht die 1 gezogen hatten.

Doch dann wurde es ernst. Countdown – Startzeichen und raus aus den Startblöcken. Als schwächster Fahrer zog ich das Tempo hoch auf Reisegeschwindigkeit von 42 km/h. Alle Fahrer sind im Zug, der Start ist schon einmal geglückt. Einsam auf der Strecke wechselten wir ohne Probleme durch. Klaus und Michael W. Blieben etwas länger im Wind und OHNE überholt zu werden schafften wir die erste Runde. Doch kurz danach sauste auch schon die Buchstaller – Truppe ( 4. Finalplatz ). an uns wie ein ICE vorbei. Immer wenn Michael W. bzw. der Klaus im Wind standen erhöhte sich das Tempo auf 45 km/h. Immer den Puls am Anschlag merkte ich wie mir das Blut aus den Verdauungsorganen scheinbar abfloss, was für eine Quälerei. Doch ich kann doch die anderen drei nicht schon nach einer Runde in Stich lassen. Also „Quäl Dich, Du Sau“. Immer mit festem Blick auf das Hinterrad vom Klaus. Kette rechts und hau drauf. Ohne Probleme und mit gutem Durchschnitt auf den Tacho beendeten wir die 2. Runde. In Runde 3 überholten wir die Mädel-Mannschaft und schon war uns klar, dass wir nicht letzter sein würden.
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Nun in Runde 4 schlossen gleich mehrere Teams auf und fingen an uns zu überholen. Jetzt ging es eng zu. In den Kurven wollte jeder die Innenbahn fahren. Einige Teams wechselten blind ohne auf die anderen zu achten. Wir überholten Mannschaften und wir wurden gleichzeitig überholt. Der Sprecher schimpfte, dass es sich um Mannschaftszeitfahren handelte und um kein Straßenrennen. Selber habe ich auch die Übersicht verloren, wer vor und hinter uns war. Ab und an hupten die Schiedsrichter auf den begleitenden Motorrädern, wegen verbotenen Windschatten-Fahrens. Bloß wer ist der Schuldige  -  die Strecke war einfach nicht breit genug für uns alle.

In Runde 5 erhöhte sich das Tempo so derart, dass ich erstmals leicht den Anschluss verlor. Auf die Zähne beißen und noch mal ranfahren, da der Michael noch hinter mir war. Als mir das dann bei 49 km/h erneut passierte und ich Schlussmann war, konnte ich einfach nicht mehr. Notgedrungen musste ich in der 6. Runde die anderen ziehen lassen und rollte die Runde gemächlich ins Ziel. Eigentlich wollte ich erst in Runde 7 aussteigen, aber dieser Plan löste sich in Luft auf.
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Die anderen, nun nur noch zu Dritt, kämpften wie die Löwen. Von Runde zu Runde sah man deren Anstrengung mehr und mehr in deren Gesichtern. Dann die letzte Runde und gemeinsam überquerten die Drei den Zielstrich. Nun ein erster Blick auf die Uhr: 1:35 – Wahnsinn, ein Schnitt von ca. 44 km/h, knapp 3 Minuten schneller als letztes Jahr, obwohl ich das Tempo gehörig ausbremste. Was haben meine drei Mitfahrer da auf der Pfanne!

Wir schauten uns die Zieleinläufe der anderen noch an bevor wir uns duschten und dann zum geselligen Teil übergingen. Gespannt folgten wir der Siegerehrung. Wofür reicht unsere Zeit? 41 Mannschaften waren gestartet. Platz 29: Team Adidas II, na ja wenigstens schneller als die zweite Garnitur der Adidassler sind wir. Platz 27: Team Adidas I, wau wer hätte das gedacht, das Franken-Derby haben wir wohl gewonnen. Schließlich kommen wir auf das Podest mit Platz 26 – offizielle Zeit 1:33:59, d.h. ein Schnitt von 44,6 km/h. Voller Verwunderung wird angemerkt, dass ein komplett neues Team am Start war und wir 5 Minuten schneller als im Vorjahr seien. Michael W. konterte spontan, dass nächstes Jahr wir nochmal 5 Minuten schneller sind.
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Das ist gar nicht so unrealistisch. Mit dem Heiko am Start wären sicher 2-3 Minuten mehr drin gewesen. Und da kenne ich noch so ein paar Tempobolzer, die ab und zu am Mittwoch mitradeln. Wenn die motiviert hier teilnehmen, da geht sicher noch was.
Wieder am Platz packen wir unseren Preis aus: Ein Jahresplaner für 2010, so was habe ich schon immer vermisst im Zeitalter von Outlook und PDA's. Wer einen benötigt, melde sich bei mir!
Voller Stolz treten wir die Heimfahrt an. Große Diskussion ist immer noch die offizielle Zeit, da diese uns nicht ganz geheuer ist und uns sie eine Minute zu kurz vorkommt. Aber wenn ein Messfehler vorlag, dann hat sie bestimmt alle Team gleich betroffen, daher passt das Ergebnis.
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Letztendlich empfinde ich das Niveau dieser Veranstaltung als sehr hoch. Da fährt man einen Schnitt von über 44 km/h (auch ohne Zeitfehler) und landet in der hinteren Hälfte. Mit Breitensport hat das nix mehr zu tun. Vielleicht sollte ich mir bei einer etwaigen nächsten Veranstaltung wie die anderen ein Carbonrad mit Aerolenker und sonstigen Schnickschnack zulegen.
Vielen Dank an Wolfgang und Sabine, die uns fürsorglich nach München fuhren und uns rundum versorgten. Wolfgang hatte seine Arbeit mit dem Mietwagen, da die dritte Rückbank ausgebaut werden musste. Dafür hatten wir soviel Platz im Auto wie noch nie.
Leider findet das Rennen mehr oder weniger in Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur die Angehörigen schauen zu, und Stimmung kommt nur schwer auf. Optisch ist es schön anzuschauen, wie die Vierer immer wieder an einem vorbeiflitzen.

Nachtrag vom 22.09.2009:
Schon auf der Heimfahrt haben wir uns über unsere gute Zeit gewundert. Hatten doch der Michael und Klaus zweimal unabhängig voneinander ein Zeit von ca. 1:35 gestoppt. 3 Tage später nun die Bestätigung, dass NUR unser Team um eine Minute zu schnell gemessen wurden. Wie kann das passieren? Scheinbar ging es am Anfang es drunter und drüber. So sind wir nun um 3 Plätze nach hinten gerutscht und  liegen noch vor Adidas II aber hinter Adidas I.

 

Euer Roland