Nachdem uns die Firma jeden Freitag freigibt, muss man die freie Zeit auch nutzen. So kaufte ich mir schon vor Wochen ein Zugticket nach Erfurt für schlappe 17.90 EUR, um mal wieder den Thüringer Wald zu überqueren. Diesmal wählte ich zuerst die Zugfahrt aus, weil man dann keinen Zeitdruck hat zu einer festen Zeit am Bahnhof zu sein.

So starte ich bereits kurz nach 5 Uhr, damit ich den ICE in Erlangen erwische. Diesmal kommt der Zug auch - das letzte Mal (siehe Dresden-Tour) fiel der Zug aus. Der ICE hat nur 3 Stellplätze für Räder. Kein Wunder, dass es schwierig ist eine Reservierung für den Stellplatz zu bekommen. Ruckzuck geht es über die Neubaustrecke nach Erfurt, wo ich bereits um 7:30 ankomme.

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Natürlich schaue ich mir die thüringische Landeshauptstadt kurz an. Besichtigen kann man nicht sagen, wenn man einfach mal durch die Gassen rollt und dabei noch aufpassen muss, dass man nicht in die Straßenbahnschienen einfädelt. So geht es vorbei am Fischmarkt und Dom weiter  ...

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... zur Krämerbrücke, die sich über den Fluss Gera spannt. 

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 So sieht die Brücke von innen aus. Dank der frühen Stunde ist diese auch menschenleer. Links und rechts säumen sich die Läden mit allerlei Süßen und Grimsgrams.

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 Dann geht es unter stahlblauen Himmel (es wird den ganzen Tag die Sonne pur scheinen) zunächst durch das Hügelland in Richtung Thüringer Wald. Einzig die Windrichtung passt nicht - er bläst mir stetig ins Gesicht.

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 Hier und da immer wieder schöne kleine Ortschaften mit schieferbedeckten Kirchen.

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Etwas exotisch wird es, als ich an einer Straußenfarm vorbeikomme.

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 Stadtilm ist ein Kleinod mit hübschen Häuschen, Gassen und einen alten Postamt.

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 Möglichst auf kleinen Straßen geht es über einige Anstiege immer höher in den "Wald", wie die Thüringer sagen.

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Das auf und ab ist kein Problem, solange man schalten kann. Doch plötzlich kann ich nicht mehr auf das große Kettenblatt wechseln. Die Ummantelung vom Schaltzug ist geplatzt. Jedes Jahr tausche ich eigentlich immer die Züge, nur dieses Jahr habe ich keine Lust gehabt. Schon bekomme ich die Rechnung meiner Schludrigkeit präsentiert.

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 Mit den 34er  Blatt zu fahren, macht keinen Sinn. Da kurbelt man sich ja zu tote. Zum Glück habe ich ja noch einen Oldtimer, wo die Züge außen verlegt sind. So kann ich den Zug am Flaschenhalter festklemmen und so fest auf das große Kettenblatt wechseln. Bergab und in der Ebene ist es ideal.

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 So komme ich auch zu meinen Sight-Seeing-Ziel der Oberweißbacher Bergbahn. Mit einer Standseilbahn werden in Breitspur auf kanpp 1.4km Länge rund 323 Höhenmeter überwunden, was einer Steigung von 24-25% entspricht.

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 Dann heißt es für mich auch den Thüringer Wald zu überqueren. Die ideale Kettenlinie muss ich ignorieren und fahre langsam in die Steigung rein. Sie wird steiler und steiler und bald bin ich im Wiegetritt. Bei 12% Steigung geht mir bald die Puste aus. Bevor ich aus Atemnot umkippe, gönne ich mir eine Verschnaufspause. Die nächste Herausforderung ist dann bei den dicken Gang wieder in die Pedale zu kommen. Am nächsten Tag habe ich einen Fetzen Muskelkater in den Armen.

2020 06 26 Erfurt 610

 

Doch ohne weitere Vorkommnisse komme ich in Neuhaus am Rennweg an. Meine Route ist gesperrt, doch mit den Radl findet man doch immer noch 2cm Belag auf den man vorwärtskommt.

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Unspektabulär geht es den Berg hinab. Der Verkehr nimmt zu. Ausweichrouten gibt es bis Sonneberg so gut wie keine. Dann geht es wieder über Nebenstraßen weiter und ich komme in Fürth an.

 

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 In Staffelstein schaue ich den Adam Riese noch kurz in die Augen, bevor es das Maintal gar heimgeht. Eigentlich wollte ich über die Fränkische Schweiz fahren, aber das große Kettenblatt zwingt mich zu flacheren Straßen. 

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Eintönig und endlos pedaliere ich die Strecke entlang. Häufig bin ich die Strecke schon gefahren. Am Kanal nach Bamberg zieht sich die Strecke wie Kaugummi. Eigentlich hätte man sich eine Pause im Biergarten gönnen müssen, damit man davon nicht so viel mitgebekommt.

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 Immerhin komme ich nach 252km und 23er Schnitt gut wieder daheim an. Die Uhr schlägt noch nicht einmal sieben, so dass ich gemeinsam mit meiner Familie sogar noch zu Abend essen kann.

 

Ciao

Roland

 

 

 

 

Route:

 

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