Ein Bericht über die großen franz. Alpenpässe inkl. Tour-Feeling, beste italienische Weinlagen und den Weiten der Po-Ebene. Lesezeit >20 min.

 

 

Übersicht:

  1. Genf - Faverges (Col du Mont Sion)
  2. Faverges - Valloire (Col de Tamie / Col de la Madeleine / Col du Telegraphe)
  3. Valloire - Guillestre (Col du Galibier / Col du Lautaret / Col d'Izoard)
  4. Guillestre - Jausiers (Col de Vars / Cime de la Bonette / Col de la Moutiere)
  5. Jausiers - Allos - Guillaumes - Barcelonette - Jausiers (Col d'Allos / La Colle St. Michael / Gorges de Daluis / Col de la Cayolle)
  6. Jausiers - Lequio Tanaro
  7. Tagestour durch das Weinbaugebiet "Langhe"
  8. Lequio Tanaro - Santa Guilleta
  9. Santa Guilleta - Peschiera del Garda
  10. Peschiera del Garda - Verona
  11. Tourdaten

 

 

1.Tag : 08.09.2021  Anreise Genf (CH) und weiter bis nach Faverges (F)

Etappe-Daten: mit Anfahrt Nbg 117km / 896hm

Col du Mont Sion (787m)

 

 

Natürlich will ich meine Radtour wieder so klimaneutral wie möglich gestalten und reise mit der Bahn an. Immerhin habe ich Kinder und somit kann mir das Klima nicht egal sein. Ich alleine werde das Klima nicht retten, aber so wie andere so zu tun, dass es egal ist, wie man sich verhält, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. So sind Auto und Flugzeug verpönt. Leider gestaltet sich die Bahnfahrt als spannend. Die Lokführer streiken. Züge fallen aus. Zum Glück hört der Streik schon in der Nacht zum Dienstag auf und meine Zugfahrt ist erst am Mittwoch in aller Frühe. Zur Sicherheit checke ich zuvor meine Zugverbindung und stelle fest, dass der Zug von ER nach N wegen Bauarbeiten nicht fährt. Dabei hatte ich die Fahrkarte doch erst vor 6 Wochen gekauft. Ja, Bahnfahren ist ein Abenteuer. Was tun? Natürlich das einfachste, dann stehe ich eben noch früher (3:15) auf und radel zum Bahnhof nach Nürnberg.

Die Zugfahrt verläuft unspektakulär und ich hole etwas Schlaf nach. Eine Stunde Aufenthalt in Karlsruhe bedeuten Maskenpause und ein Frühstück beim Bäcker. In der Schweiz läuft eh alles wie ein Uhrwerk und so bin ich kurz vor 15 Uhr bei schönsten Wetter in Genf. Anstatt sofort in Richtung Berge aufzubrechen gönne ich mir noch eine kurze Stadtrundfahrt zu den Vereinten Nationen.

2021 09 Genf Verona 0140

 

 

Auch das Rote Kreuz hat in Genf seinen Stammsitz hat.

2021 09 Genf Verona 0160

 

 

 Vorbei an der bis zu 140 hohen Wassertfontäne geht es in die Innenstadt. Leider ist die Sicht diesig, so dass man den Mont Blanc nicht sehen kann.

2021 09 Genf Verona 0210

 

 

Nach erhöhter Sportwagen und Nobelkarossendichte geht es im Berufsverkehr weiter nach Frankreich. Am Fuße des Monte Valeve geht es weiter in Richtung Süden. Wenn immer möglich zweige ich auf Nebenstrecken ab.

2021 09 Genf Verona 0270

 

 

Die Pont de la Caille war einst mit 147m die höchste Brücke der Welt. Kaum zu glauben, dass diese schon im Jahr 1839 eingeweiht wurde.

Der Belag sind einzelne Holzplanken. Durch die Spalten kann man bis auf den Grund in derTiefe blicken. Aus Angst vor den Einfädeln, bin ich beim Wenden da mal lieber aus die Pedale gegangen.

2021 09 Genf Verona 0280

 

 

Nach 50km erreiche ich Annecy mit seinen gleichnamigen See. Badetrubel am Strand. Gern hätte ich auch ein Bad genommen, doch ich muss noch 30km weiter und es ist schon spät.  So geht es am Ufer-Radweg weiter in Richtung Berge.

2021 09 Genf Verona 0340

 

 

 

Das bereits gebuchte Hotel ist sofort gefunden. Ein gutes Restaurant ist angeschlossen, wo man wirklich vorzüglich speisen kann. Eigentlich gönnt man sich ein solches 4-Gänge-Menü für 39EUR erst nach getaner Arbeit - so als Belohnung. Doch dies ist mir egal. Wer weiß, ob man nochmal so gut speisen kann. Der Geschmack und die Darbietung der Speisen waren wirklich ein Gedicht und waren ihren Preis wirklich wert. Geschmack und Duft kann man nicht posten - doch die Bilder sagen doch einiges über die Handwerkskunst der Küche aus.

2021 09 Genf Verona 0410   2021 09 Genf Verona 0420

 

2021 09 Genf Verona 0440   2021 09 Genf Verona 0450

 

2021 09 Genf Verona 0460

 Auch nach 5 Tellern wäre ich nach einer echt anstrengenden Etappe nicht satt geworden. So war es gut, das Gala-Dinner gleich am ersten Tag zu genießen.

 

 

Route:

 

 

 

2.Tag : 09.09.2021  Faverges (F) ==> Valloire (F)

Etappe-Daten: 132km / 3450hm

Col de Tamie (907m)
Col de la Madeleine (1993m bzw. 2000m)
Col du Telegraphe (1566m)

 


Die Wetterprognosen für den heutigen Tag sind bescheiden. Am Mittag, spätestens am Nachmittag soll es regnen. Berge + Regen = Sch...^2. Im Regen einen Alpenpass herunterfahren ist saukalt. Frühstück gibt es erst spät. Von der Anreise habe ich noch Proviant übrig, was zusätzliches Gewicht bedeutet. Das Rad muss leicht sein, so lasse ich das Frühstück ausfallen und verlagere das Gewicht von den Radtaschen in meinen Magen. Jedes Kilogramm weniger zählt. Nun ist das Rad gleich viel leichter. Der größte Vorteil jedoch ist, dass ich schon kurz nach 7 Uhr auf der Piste bin und so Zeit habe, den Col du Tamie zum Aufwärmen zu benutzen.

2021 09 Genf Verona 0530

 

Nach den Col de Tamie führt die Abfahrt in die Olympia-Stadt Albertville, wo es dann das zweite Frühstück gibt, bevor es dann zum ersten "richtigen" Pass meiner Tour geht: Der Col de la Madeleine (2000m). Der Einstieg ist hart. Sofort geht es 8-9% los. Super ist, dass jeder Kilometer angekündigt mit verbleibender Strecke, aktuelle Höhe und Durchschnittsteigung des nächsten Kilometer wird.

Na ja, 23km Anstieg - das kann ja heiter werden.

2021 09 Genf Verona 0570

 

So krieche ich langsam (8..10 km/h) den Berg hoch und erfreue mich am Schild, dass es NUR noch 12km Anstieg folgen. Andere gehen auf den Jakobs-Weg, ich komme beim Pass-hochschleichen zu meiner inneren Ruhe.

2021 09 Genf Verona 0620

 

 

 

 

 Steter Tropf höhlt den Stein und so sehe ich bald die Passhöhe, auch wenn es noch 5km sind. In der Ebene sind 5km ein Klacks, aber bei so einer Schneckengeschwindigkeit, dauert es doch etwas eine halbe Stunde bis man oben ist.

2021 09 Genf Verona 0670

 

Das verflixte Gepäck macht die ganze Sache auch nicht leichter. Ein Radler aus Belgien, den ich am Anfang überholt habe, scheint ein Begleitfahrzeug zu haben. Der Mercedes hat mich 3 oder 4mal überholt und dann wieder auf den Radler gewartet. Hätte ich das gewusst, dann hätte ich denen meine Tasche in das Auto geschmissen. Der hätte bestimmt nicht "Nein" gesagt. Immerhin hat er mich immer freundlich zugewunken.

2021 09 Genf Verona 0700

 

Dann bin oben auf den Col de la Madeleine. Die Angabe der Höhe wurde mit den neuen Pass-Schild von 1993m auf 2000m geändert. Egal, denn das neue Pass-Schild ist einfach super. Bildet es doch die beiden Anstiege perfekt mit ihren Profil nach. Am besten ist, dass es bis jetzt nicht geregnet hat und ich somit auf trockenen Straßen die lange Abfahrt vom Madeleine meistern kann.

2021 09 Genf Verona 0770

 

 

 Genial fand ich die kunstvoll bemalte Straße auf der Südseite. Da kommt richtig Tour-Feeling auf.

2021 09 Genf Verona 0810

 

 

Dann ein Überbrückungs-Stück durch das Arc-Tal, wo auch die Autobahn nach Turin / Italien führt. Viel Verkehr, Betriebe, Bahnstrecke, Autobahn, wenig Natur.

In St. Michel de Maurienne führt dann meine Route endlich wieder raus aus den Tal und hoch zum Galibier. Den Anstieg kenne ich bereits, denn ich bin diesen mit Peter und Hartmut im Jahr 2011 schon einmal gefahren. Leider hat damals keiner einen Bericht verfasst, auf den ich jetzt verweisen könnte. Der komplette Anstieg bis hoch zum Galibier hat über 2100hm. Nach meinen Planungen will ich am Tag max. 3000hm fahren und fahre deswegen "nur" hoch bis zum ersten Anstieg Col du Telegraphe (ca. 900m Anstieg).

Ein Schmankerl sind die radler-freundlichen Mülleimer auf den Weg nach oben. So kann man auch ohne große Treffsicherheit seinen Müll während der Fahrt entsorgen ohne die Natur zu verschmutzen. Warum sieht man solche Innovation nie in Deutschland?

2021 09 Genf Verona 0940

 

Die 900m hoch zum Col du Telegraphe (1566m) ziehen sich. Das Wetter trübt sich wie vorhergesagt ein und die ersten Tropfen fallen. Nun verliert man wieder ca. 150hm bis zu meinen Etappen-Ort Valloire. Noch geht es ohne Regenjacke und ich komme trocken in meinen Hotel an.

2021 09 Genf Verona 1010

 

Eine Stunde später fängt es dann richtig an zu regnen. Valloire ist ein netter Wintersport-Ort. Nur nun ist jetzt Sommer und die meisten Geschäfte haben geschlossen. DDR-Feeling, sogar die Schaufenster sind leer.

2021 09 Genf Verona 1080

 

Ebenfalls wollte ich noch etwas Brot beim Bäcker kaufen, doch die einzige Boulangerie schließt schon um 14 Uhr. Wintersport-Orte im Sommer sind einfach nicht der Hit.

 

 

Route:

 

 

 

3.Tag : 10.09.2021  Valloire (F) ==> Guillestre (F)

Etappe-Daten: 106km / 2620hm

Col du Galibier (2645m)
Col d'Izoard (2360m)

umsonst mitgenommen:
Col du Lautaret (2058m)

 

Die heutigen Wetterprognosen ähneln jenen von gestern. Im Laufe des Tages soll wieder Regen aufziehen. Na immerhin kommt früh sogar die Sonne heraus als ich zum den restlichen Anstieg hoch zum Galibier aufbreche. Zunächst folgt die Straße lange einem Tal in Richtung Süden.

2021 09 Genf Verona 1290

 

 Obwohl ich heute wegen des späten Frühstücks erst um 8.45 auf der Straße bin, ist es vergleichsweise ruhig. Kaum Verkehr. Wahrscheinlich wegen der schlechten Wettervorhersage. Am Anstieg lauern professionelle Fotografe auf Motive (=Radfahrer, Motorrad- und Sportwagen-Fahrer). Als ich später die Seite aufrufe, merke ich, dass der nächste Radler erst 1,5h nach mir vorbeikam.

2021 09 Genf Verona 1310

 

 Hier in den südlichen Alpen liegt die Baumgrenze bei fast 2000m. Noch sind es über weitere 600hm bis zur Passhöhe. Teilweise meint man direkt in den Himmel zu fahren.

2021 09 Genf Verona 1400

 

 Dann verabschiedet sich die Sonne und die Wolken verdichten sich.

2021 09 Genf Verona 1450

 

 

Aber auf der Nordseite bleibt es einigermaßen klar, so dass man den Straßenverlauf sehen kann. Der Scheiteltunnel ist für Radler gesperrt. Doch welcher Radler würde die letzten 100hm bis zur echten Passhöhe schon auslassen?

2021 09 Genf Verona 1500

 

 Dann auf der Passhöhe kommt die Ernüchterung. Während es auf der Nordseite nur etwas wolkig ist, stauen sich die Wolken auf der Südseite. Die Sicht ist bescheiden. Die Temperatur liegt bei 4°C. Ich ziehe meine langen Handschuhe an und dennoch zittere ich mich vor Kälte durch den Nebel.

2021 09 Genf Verona 1530

 

 Zum Glück ist die Nebeldecke nicht allzu dick. Schon auf Höhe des Tunnels bin ich wieder unter der Wolkendecke. Hier steht auf der einen Seite ein paar Häuschen für die menschlichen Bedürfnisse (habe ich sonst noch nirgends so in den Bergen so gesehen) und auf der anderen Seite steht ein Gedenkstein zu Ehren von Henri Desgrandes , einer der Mitbegründer der Tour de France und Audax-Fahrten wie Paris-Brest-Paris.

2021 09 Genf Verona 1570 2021 09 Genf Verona 1550

 

Wenn man den Galibier erklimmt bekommt man immer einen Bonus-Pass umsonst dazu. Auf der Nordseite ist das der Col du Telegraphe und auf der Südseite der Col du Lautaret mit über 2000m Höhe. Hier führt eine breite National-Straße über die Passhöhe. Eher ein Motorrad-Pass als für Radfahrer, da breit ausgebaut. Für mich bedeutet die Abfahrt nach Briancon weiter frieren und sich freuen, dass es doch nicht regnet.

Nach Briancon geht es dann hoch auf den Col d'Izoard. Ein Traumpass, da der Hauptverkehr durch das parallele Tal fließt. Wegen Bauarbeiten muss der gesamte Verkehr warten - auch Radler. Dann schießt der Pulk auf einmal los und dann hat man wieder seine herrliche Ruhe. Den Izoard sind wir im Rahmen der Friedensfahrt schon im Jahr 2011 gefahren. Hier ein Tourbericht

2021 09 Genf Verona 1660

 

 Damals hatten wir stahlblauen Himmel. Heute ist es eher trüb. Bald erreiche ich das Refuge Napoleon - eine Herberge kurz unter der Passhöhe.

2021 09 Genf Verona 1730

 

 Auf der Passhöhe steht kein einfaches Schild, sondern eine richtig hohe Säule. 

2021 09 Genf Verona 1780

 

 Wieder sind die Spuren der Tour de France auf der Straße zu sehen.

2021 09 Genf Verona 1850

 

 

 Auf der Südseite durchquert man die Fels- / Schotterlandschaft "Casse Deserte". Ohne Bäume könnte man meinen, man wäre auf den Mond.

2021 09 Genf Verona 1870

2021 09 Genf Verona 1880

 

 

Nach der Felsenlandschaft kommt eine Kehrengruppe, bevor dann die Straße mit langen Geraden bergab fällt. Super zum Abfahren, da kann man das Rad einfach laufen lassen. Hochwärts dürfte es brutal sein, wenn man km-weit blicken kann und man kaum vom Fleck kommt. Im Jahr 2011 bin ich im Guil-Tal nach links zum Col de Agnello abgebogen, so fahre ich dieses Jahr nach rechts und komme in die Schlucht "Combe du Queyras". Erst fährt man tief in der Schluchtmitte, dann klebt förmlich die Straße am Berg. Später kommen enge Tunnel. Super, wenn man genau in der Tunnel-Mitte ist und das Hupen eines LKWs förmlich die Ohren klingen lassen. Dabei will er nur warnen, dass er kommt. Ich habe zurückgeklingelt, aber ich glaube der Fahrer hat es nicht gehört.

2021 09 Genf Verona 2020

 

 In Guillestre komme ich heute trotz des späten Starts schon am frühen Nachmittag an. Gut, wenn die Etappen nicht so lange sind. Kaum angekommen, öffnet der Himmel seine Schleusen. Der kräftige Landregen dauert bis in die Abendstunden. Nur für diesen Regen musste ich meine Regenjacke auspacken, um auf den Weg in die Stadt nicht nass zu werden. Interessant fand ich die Waschautomaten vor einem Supermarkt.

 

2021 09 Genf Verona 2060

 

 Unser Vereinstrikot ist perfekt für einen Frankreich-Urlaub, weil es in den französichen Nationalfarben gestaltet ist. Wahrscheinlich deswegen haben mich hier gleich 2x Leute nach den richtigen Weg gefragt. Doof nur, dass ich kaum französisch spreche.

2021 09 Genf Verona 2080

 

 

 Stadtplatz von Guillestre

2021 09 Genf Verona 2110

 

 

Route:

 

 

 

 

4.Tag : 10.09.2021  Guillestre (F) ==> Jausiers (F)

 Etappen-Daten: 128km / 4100hm

Col de Vars (2109m)
Col de la Bonette (2715m) / Cime de la Bonette (2802m)
Col de la Moutiere (2454m)

auf den Weg noch mitgenommen

Faux col de Restefond (2656m)
Col de Raspaillon (2513m)

 

Das schlechte Wetter ist vorbei und für heute ist Sonne pur angesagt. Entsprechend kalt ist es auch am Morgen als ich mich auf den Weg zum Col de Vars mache. Anfangs liegt die Straße noch im Schatten, aber ...

2021 09 Genf Verona 2180

 

 ... dafür ist die Aussicht auf das Tal rund um Guillestre umso schöner.

2021 09 Genf Verona 2190

 

 

 

 

 Obwohl man schon km-weit den Berg hoch gefahren ist, ändert sich irgendwie das Motiv kaum. Lediglich die Festung scheint kleiner und kleiner zu werden.

2021 09 Genf Verona 2280

 

 

Mein Französich-Kenntnisse sind nur in Ansätzen vorhanden. Doch ich glaube, dass man aus folgenden Gewässer lieber nicht trinken sollte. (Vache = Kuh).

2021 09 Genf Verona 2290

 

 Nach Verlassen der Kehrengruppe ändert sich auch die Bergwelt. Statt weiter Blick ins Tal kommen nun die Gipfel rund um den Wintersport-Ort Les Claux in Sichtweite.

2021 09 Genf Verona 2310

 

 

 Auch hier ist wieder gähnende Leere wie in einer Geisterstadt. Ansprechende Architektur sieht für mich anders aus.

2021 09 Genf Verona 2330

 

 

 Schnell raus aus den Ort bevor mich noch die Geister verfolgen. Kaum hinter den Ortsschild gibt es wieder eine ruhige schöne Bergwelt.

2021 09 Genf Verona 2350

 

 

 Mal wieder war der kleine Franzose hier unterwegs. Scheinbar hat fast jeder franz. Alpenpass eine Herberge für ihn gehabt.

2021 09 Genf Verona 2380

 

 

 

 

 Dann komme ich an eine Helikopter-Flugplatz vorbei. Mir ist unklar, warum man den Flugzeugschrott nicht einfach wegräumt. Immerhin ist es besser, wenn er hier liegt, als wenn er einfach in der Natur verrottet.

Nachtrag: Die zwei Flugzeuge sind am 22.08.2021 hier in der Nähe aufgrund von Fallwinden abgestürzt. Beide Flugzeuge waren zusammen unterwegs. Zunächst ist die Cirrsu (das hintere Flugzeug ohne Heck) in Fallwinde gekommen und abgestürzt. 3h später wollte die Piloten mit der Cessna nach der ersten Maschine nachsehen und ist ebenfalls durch Fallwinde runter gekommen. Zum Glück gab es keine Toten. Mehr zum Thema:

https://www.flightforum.ch/board/topic/105735-220821-d-efcd-und-d-eftp-sr20-und-c172-doppelunfall-%C3%B6stlich-von-gap-fralpen-im-tal/
https://aviation-safety.net/wikibase/267021
https://aviation-safety.net/wikibase/267025
https://www.laprovence.com/actu/en-direct/6464921/vars-cinq-blesses-dans-deux-accidents-davion.html

 

2021 09 Genf Verona 2440

 

 

 Nun geht es quasi auf ebener Straße weiter zur Passhöhe vom Col de Vars. Meiner Meinung nach ist es einer der schönsten Pässe in den Alpen.

2021 09 Genf Verona 2480

 

 

 Das obligatorische Pass-Foto als Beweis, dass man dort war. Mit Überschreiten des Passes komme ich nun in die Provence.

2021 09 Genf Verona 2490

 

2021 09 Genf Verona 2540

 

 

 Unweit von der Passhöhe steht ein kleine Kappelle. Ob auch dort Napoleon war?

2021 09 Genf Verona 2560

 

 

 

Auf jeden Fall sieht die Bergwelt bei Sonnenschein und blauen Himmel schon gleich viel einladender aus.

2021 09 Genf Verona 2580

 

 

Die Abfahrt vom Col de Vars ist angenehm. Nur ein paar Spitzkehren im oberen Bereich und dann geht es in weiten Kurven ins Tal. Bald treffe ich auf die Nationalstraße, die in Richtung Italien führt. Schlagartig nimmt der Verkehr zu. Doch entgegen zu Deutschland wird man hier als Radfahrer akzeptiert. Man überholt mit ausreichenden Abstand. Kann man wegen den Gegenverkehr den Abstand nicht einhalten, dann wird einfach gebremst und gewartet bis die Straße frei ist.

2021 09 Genf Verona 2610

 

Dann komme ich bald nach Jausiers, wo ich meine nächste Herberge gebucht habe. Diesmal kein Hotel, sondern ein B&B (https://www.lamexicaine.com/) , welches ich wärmstens empfehlen kann. Heidi & Kristof kümmern sich rührend um ihre Gäste. Zudem ist Kristof ebenfalls passionierter Radler. So ist es kein Problem, dass ich gleich mein Gepäck abgeben kann, obwohl die Zimmer noch nicht bezugsfertig sind. Sogleich mache ich mich dann auf den Weg zur "höchsten Straße Europas". Das mit der höchsten Straße Europas stimmt aber hinten & vorne nicht, jedoch die Werbung funktioniert. Jeder will hoch auf den Cime de la Bonette (und vielleicht noch weiter bis ins 143 km entfernte Nizza).

2021 09 Genf Verona 2650

 

Doch im Tal stehen Schilder "Route fermee" = "Straße gesperrt" mit den Datum für heute und morgen und jeweils von 10 - 14 Uhr. Mein erster Gedanke ist: "So ein Mist. Einmal bist Du hier und dann Baustelle." Schnell klärt Kristof mich auf, dass dieses Schild nur für den motorisierten Verkehr gilt, damit Radler und Wanderer ungestört den Pass nutzen können. Genial, besser geht es nicht.

 Gut gelaunt fahre ich in den Pass rein. Bis zu den letzten Anliegerstraße ist die Straße noch frei zugänglich. Zwei Porsche mit Hamburger Kennzeichen überholen mich. Kurz vor der Absperrung stehen sie dann planlos am Straßenrand. Super - einfach geil, wenn man sieht, dass man mit Geld nicht alles kaufen kann. Ein gewisses Grinsen konnte ich mir da nicht verkneifen.

2021 09 Genf Verona 2700

 

 

Danach ist es absolut ruhig auf der Alpenstraße. Kein Motorrad-Lärm und ich genieße die ruhige Berglandschaft. Auch hier ist jeder km markiert. Was woanders einen hilft, zieht hier es einen eher nach unten. Da ist man nun schon auf 2119m Höhe und das Schild sagt einen, dass die Passhöhe noch 9km entfernt ist.

2021 09 Genf Verona 2770

 

 

 

 Die Baumgrenze ist längst überschritten und nur noch Wiesen und Felsen säumen die Straße.

2021 09 Genf Verona 2800

 

 

 

An einen Bergsee sieht man doch ein paar Autos, die es noch vor der Sperre hier nach oben geschafft haben.

2021 09 Genf Verona 2830

 

 

 Dafür gibt es um so mehr Radfahrer. Viele Radsportgruppen mit Kindern & Jugendlichen kommen mir entgegen. Auch sind etliche "Normalos" mit E-Bikes unterwegs. Die autofreie Zeit scheint gut angenommen zu werden.

2021 09 Genf Verona 2880

 

 

 Immer höher fürht mich die Straße. Bei ca. 2500m steht dan ein verlassenes Fort.

2021 09 Genf Verona 2910

 

 

 Kurz nach den Fort sieht man dann in der Ferne die Passhöhe und die sinnfreie erweiterte Schleife um den Cime de la Bonette.

2021 09 Genf Verona 2920

 

 

 Eine riesige Schaf und Ziegenherde weidet am Hang und direkt an der Straße. Scheinbar genießen sie auch die autofreien Stunden.

2021 09 Genf Verona 2930

 

Da braucht man schon ein dickes Fell, wenn man auf dieser Höhe im Freien übernachtet.

2021 09 Genf Verona 2950

 

 Bald erreiche ich den Faux col du Restefond auf 2656m, wo die Schotterpiste einmündet, die ich auf den Rückweg nehmen möchte. Ein Blick auf den Belag sagt: "Fahrbar mit den Rennrad". Doch erstmal will ich hoch auf den Bonette, der über der Schotterpiste thront.

2021 09 Genf Verona 2970

 

Bald passiere ich den Col de la Bonette und biege auf die Extra-Schleife ein, die einen mit 13-14% nochmal einiges abverlangt. Die Luft ist dünn und kalt. Gleichzeitig schwitzt und friert man.

2021 09 Genf Verona 3040

 

 

Endlich komme ich an der Passhöhe an, wo eine Traube von Radlern um das Pass-Schild hängt. Ich stelle mein Radl ab und mache mich auf den Weg zum Gipfel auf. Extra deswegen habe ich ja meine normalen Straßenschuhe hier mit hochgeschleppt. Wertsachen & Navi packe ich ebenfalls ein und nehme sie mit hoch. Seitdem ist auf den Quäldich - Touren - Planer auch das letzte Stück bis hoch in der Karte eingepflegt.  Hier oben hat man eine sagenhafte Rundblick über die anderen Gipfel.

2021 09 Genf Verona 3170

 

Ein Blick zurück auf die Passtraße. Gut zu sehen ist, wie der Col de la Bonette in Richtung Süden den Berg überquert. Links & rechts nach unten führt die Straße für die Schleife hoch zum Cime de la Bonette. Weiter links daneben erkennt man die Schotterstraße hoch zum Faux col de Restefond.

Den Hype um den Bonette kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Schleife ist kein echter Pass, da gibt es andere Stichstraßen in den Alpen, die höher sind. Die echte Passhöhe "Col de la Bonette" ist 2715m hoch, was leider nur zu Platz vier der höchsten asphaltierten Alpenstraßen reicht, d.h. Medaille Blech bei Olympia.

  1. Col de l'Iseran 2770m
  2. Stilfser Joch 2757m
  3. Col del'Agnello 2746m
  4. Col de la Bonette 2715m

 

2021 09 Genf Verona 3120

 

 

 

 

 Kaum bin ich wieder abgestiegen zu meinen Radl (Yippieh - keiner hat es geklaut). Stehe ich völlig unverhofft ganz alleine auf der Passhöhe. Es ist kurz vor 14 Uhr und die meisten wollten wohl noch ohne Verkehr wieder abfahren.

2021 09 Genf Verona 3270

 

 

 So leer dürfte tagsüber der Col wohl selten zu sehen sein. Später, als ich vom Tal wieder hochblicke, stehen dort nämlich zahlreiche Autos am Straßenrand.

2021 09 Genf Verona 3300

 

 

 Schließlich mache ich mich auch auf den Weg. Anfangs ist es echt super, wenn die Straße einfach frei ist und man wie bei der Tour einfach um die Kurven sausen kann. Doch bald kommt mir der ganze Schwall von Autos und Motorrädern entgegen, die sich vorher an der Sperre aufstauten. Ich fahre in Richtung Süden ab und nehme für meine Pass-Sammlung noch den Col de Raspallion (2513m) in der Abfahrt mit. Nun heißt es Augen auf und ja nicht die Abfahrt zum Col de la Moutiere verpassen. Zum Moutiere führt nur eine ganz kleine Straße und die ist nicht extra beschildert.

Daneben noch das gelbe Straßenschild mit den Hinweis der gesperrten Straße.

2021 09 Genf Verona 3340

 

 

 Bis nach St.Dalmas ist die Straße noch breit ausgebaut. Dann ist sie nur noch ein schmales Band. Gerade so breit, dass ein Auto und Radler problemlos aneinander vorbeikommen.

2021 09 Genf Verona 3410

 

 

 Der Himmel zieht zu und es wird merklich kühler. Der Col de la Moutiere hat mich richtig herausgefordert. Ich merke, dass dies heute der 3. harte Anstieg ist. Zum Glück hatte ich das meiste Gepäck schon abgeladen, sonst wer es wirklich zu einer Quälerei geworden.

2021 09 Genf Verona 3480

 

 

 Der Col de la Moutiere ist unspektakulär. Nicht mal ein Pass-Schild existiert. Nun verliere ich ein paar wertvolle Höhenmeter bevor ich zur anfangs beschriebenen Schotterpiste komme. Der Belag ist schlimmer als der prüfende Blick zuvor. Teilweise liegt dickes Geröll auf der Schotterpiste. In Slalom-Bögen schraube ich mich 3km wieder zurück auf die richtige asphaltierte Pass-Straße.

2021 09 Genf Verona 3600

 

 

 Die Schafe sind nun nicht mehr auf der Weide sondern vergnügen sich nun auf der Straße. Irland-Feeling mit Schafbaden in den Hochalpen.

2021 09 Genf Verona 3700

 

Der Rest ist einfach. Nur rollen lassen, Serpentinen nehmen und aufpassen, dass man nicht hinter einen Holländer fährt. Sonst ist man die ganze Zeit nur am Bremsen.

 

Route:

 

 

 

 

 

5.Tag : 12.09.2021  Tagestour  Valloire (F)

Col d'Allos (2247m)
Colle St. Michael (1433m)
Gorges de Daluis
Col de la Cayolle (2326m)

 

Das Passfahren mit Gepäck ist anstrengend und das Wetter nicht planbar. Damit ich etwas flexibler bin, habe ich mich hier gleich für zwei Tage in Jausiers eingebucht. Zum Glück spielt sowohl das Wetter als auch meine Beine mit, so dass ich den heutigen Tag mit einer Radtour ohne Gepäck in Angriff nehmen kann. Es ist Sonntag und Frühstück wird erst um 8 Uhr serviert, etwas spät für meine lange Tour. Ich vereinbare mit Kristof, dass er für mich nur ein Müsli bereitstellen soll. So etwas geht nur in kleinen Familien-Betrieben. Gut gelaunt sitze ich schon um 7 Uhr auf den Radl genieße die Sonntags-Ruhe.

Als ersten Anstieg geht hoch auf den Col d'Allos. Da es Sonntag Morgen ist, überholen mich auf den gesamten Anstieg weniger als als ein halbes Dutzend Autos und Motos. Hätte schlechter laufen können. Gleich zu Beginn komme ich an einer Fahrrad-Abbildung vorbei, die ich schon bei der Tour de France Übertragung gesehen habe.

2021 09 Genf Verona 3790

 

 

Der Anstieg hat eine gute Lage, so wärmt mich die Sonne an den doch recht frischen Morgen. Langsam aber stetig gewinnt die Straße an Höhe.

2021 09 Genf Verona 3890

 

 

 

 

 Tief unten am Talboden gibt es eine weitere Straße. Diese führt hoch zum Col de la Cayolle, von dort werde ich wieder zurückkommen.

2021 09 Genf Verona 3950

 

 

Mein Passbild vom Col d'Allos erspare ich Euch. Nach kurzen Frühstück (Baguette mit Käse) geht es gleich hinunter zum Wintersport-Ort Allos. Auch hier türmen sich die Bausünden auf. Na wenigstens das Ortszentrum ist eher verschindelt als verschandelt.

2021 09 Genf Verona 4110

 

 

Eine Rundtour kann man im Uhrzeigersinn oder entgegen den Uhrzeiger fahren. Bei dieser Tour ist es besser, wenn man gegen den Uhrzeiger fährt, weil man dann die überbreite Hauptstraße von Allos in Richtung Süden bergab fährt. Somit ist das Übel schneller vorüber.

Nun bin ich in den Seealpen. Die Vegetation hat sich geändert und die Südhänge sehen karstiger aus. Bei der Runde habe ich die Wahl über den Col des Champs (2087m) oder den Colle St. Michael (1433m) zu fahren. Beide Runden haben ähnlich viel Höhenmeter nur die eine Runde ist länger. Ich entscheide mich für die längere Runde, aber diese hat dafür den niedrigeren Pass, der ja "nur" 8 - 9 km lang ist und dabei nie die 5%-Marke überschreitet.

2021 09 Genf Verona 4250

 

 

Die Passhöhe von Colle St. Michael ist gar nicht ausgewiesen. Da geht es einfach durch die Ortschaft bevor die Straße einfach wieder abfällt. Super in Südfrankreich ist, dass es zahlreiche Brunnen gibt. Oft steht dort auch Trinkwasser. Falls nicht, dann wird dort einfach angezeigt, dass es nicht kontrolliert wird. Warum schreiben wir in D immer gleich "Kein Trinkwasser", da finde ich "nicht kontrolliert" wesentlich ehrlicher.

2021 09 Genf Verona 4340

 

 Die letzten 3 Tage war es nie richtig warm auf den Radl. Umso schöner war es nun die Sonne und angenehme Temperaturen zu spüren, auch wenn sich die Tour etwas wie Kaugummi zog. Der Wendepunkt wollte einfach nicht kommen. Doch mit stetiger Fahrweise bog ich dann doch zurück in das Vars-Tal ein (hat nichts mit den Col de Vars zu tun). Im Bild sieht man das kleine Örtchen Castellet les Sausses.

2021 09 Genf Verona 4430

 

 

 

Dann komme ich zum Gorges de Daluis, auch ein Grund warum ich die längere Route gewählt habe. Hier hat sich der Vars durch die rotbraune Felsen (Sandstein mit Eisen-Oxid) gegraben und ist ein echter Kontrast zu den anderen hellen Felsen.

2021 09 Genf Verona 4490

 

 

Der Felsen ist die perfekte Garnitur zur waghalsigen Straßenführung. Da zwängt sich die Straße zwischen den Felsen hindurch, bohrt sich mit Tunnels durch den Berg und ....

2021 09 Genf Verona 4600

 

 

.... dann sind die Tunnels einspurig. Talabwärts fließt der Verkehr durch den einspurigen Tunnel und bergwärts entlang der Schlucht (ein weiter Grund die Tour im Uhrzeiger-Sinn zu fahren, da man die bessere Aussicht hat). Kurz nach den Hindernis vereinigt sich die Straße wieder.

2021 09 Genf Verona 4610

 

 

Immer wieder hat man grandiose Blicke auf die Schlucht und sogar einem Wasserfall (der zu dieser Jahreszeit mehr ein Rinnsal war).

2021 09 Genf Verona 4640

 

 

Mehrmals teilt sich die Straßen bei den Tunnels auf. Den ein oder anderen mögen die Bilder bekannt vorkommen. Kann sein, diese Straße schon Kulisse bei etlichen Filmen (Transporter, Cars, Fast & Furios ...) war. Den Abschluss der Schlucht bildet die Brücke "Pont de la Mariee / Marienbrücke", wo sich heute leider keine Bungee-Jumper versammelt haben.

2021 09 Genf Verona 4770

 

 

Nun heißt es wieder nach Hause kommen. Es sind ja nur noch 70km, doch dazwischen liegt der Col de la Cayolle. Ein weiteres Highlight der Tour. Nach der Schlucht kann man 33km Anlauf nehmen für den Pass. Doch die km sind kurzweilig, da die Streckeführung interessant ist, mit einigen kurzen Tunnels.

2021 09 Genf Verona 4840

 

 

 Die Felswände links und rechts scheinen ihre eigene Geschicht erzählen zu wollen, so zerklüftet sind diese.

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 Dann scheint man wieder durch recht weiches Gestein zu fahren, dass recht gut ausgewaschen ist von den Niederschlägen.

2021 09 Genf Verona 5000

 

 

 

Besonders interessant fand ich die aufgefalteten Gesteinschichten, die mit einem Wasserfall garniert werden.

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" Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", doch mit jeden Tritt komme ich höher und höher und kann meinen Blick über die zurückgelegte Strecke weiden lassen. Der Pass ist ruhig, wenig Verkehr, da die Straße recht schmal ist. Nix für Motorrad-Rennfahrer auf Jogurt-Becher, sondern nur für gemächliche Tourenfahrer.

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Aus geistigen Sinne hätte ich noch stundenlang den Pass hochkriechen können - die Beine hatten natürlich eine andere Meinung - doch selbst der längste Pass erreicht irgendwann seinen Höhepunkt.

2021 09 Genf Verona 5190

 

 

 und so lasse ich als Erinnerung ein Foto von mir an der Passhöhe schießen.

2021 09 Genf Verona 5200

 

 

 Als erstes heißt es wieder warm einpacken und dann den Pass runterkullern.

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Ob die Nord- oder Südseite vom Col de la Cayolle schöner ist, kann ich nicht sagen. Da müsste ich beide Rampen einmal erklimmen. Auf jeden Fall gehört dieser Pass  auf jeden Fall in den Top Ten der schönsten Alpen-Pässe.

2021 09 Genf Verona 5250

 

Kurz vor Barcelonette bekomme ich eine kurze Dusche ab. Kaum bleibe ich stehen und will die Regenjacke rausholen, da hört es schon wieder auf. Tja, wäre ich besser in Form, dann hätte ich mir die kleine Taufe ersparen können, denn die Wolkendecke hat sich erst nach und nach zugezogen.

 

 Nach 190 anstatt der geplanten 180km komme ich mit knapp 3500hm nach Hause. Ausruhen und dann essen gehen. Auf den Rückweg glühen die Alpen. Leider verfälscht die Kamera die Farben, aber die Felsen haben wirklich wie Kohle geglüht.

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Route:

 

 

 

 

6.Tag : 12.09.2021  Jausiers (F) ==> Lequio Terme (I)

Etappe-Daten:  143km / 1350hm

 

fr. Col de Larche / it. Colle della Maddalena (1991m)

 

Heute heißt es Abschied nehmen aus Frankreich, denn es geht in Richtung Osten nach Italien. Der Pass zwischen beiden Ländern ist zwar derselbe, hat aber je nach Land einen anderen Namen. In Frankreich heißt er "Col de Larche" und in Italien "Colle della Maddalena". Der Pass hat auf französischer Seite eine wesentliche Einschränkung für Radler. Wegen Steinschlag-Gefahr ist dieser auf einen Abschnitt von ein paar km für Radler gesperrt. Laut Kristof kontrolliert die Polizei dies nicht, aber momentan sind dort größere Bauarbeiten im Gange und die Arbeiter achten sehr wohl auf das Verbot. Überdies war wegen der Baustelle die Straße immer wieder für 2h gesperrt, dann kurz für den Verkehr freigegeben, bevor die nächste 2h-Sperrung kommt. Ich komme an der Baustelle an und müsste rund 1,5h warten, worauf ich überhaupt keine Lust habe. Kurzentschlossen nehme ich auf der anderen Talseite einen Forstweg.

Der Forstweg beginnt mit einer kräftiger Steigung und ist wieder mit zahlreichen Steinen garniert. Nach 5km gibt es einen Schlag und mein Vorderrad-Schlauch ist geplatzt. Ein Stein hat die Flanke aufgeschlitzt, so dass es den Schlauch herausdrückte. Dank guter Vorbereitung habe ich einen Ersatzmantel dabei und kann die Panne problemlos beheben. Ohne Ersatz wäre es ein schöner Wandertag geworden.

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Außer etwas Zeitverlust und dreckige Hände habe ich nichts zu beklagen. Dank der Bauarbeiten ist die sonst wohl kräftig befahrene Straße mehr oder weniger verwaist. In der nächsten Ortschaft werden die Hände im Brunnen gewaschen und dann geht es gemütlich hoch zum letzten Alpenpass auf 1996m.

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Auf der italienischer Seite geht es zunächst mit leicht mäßigen Gefälle zu einem See und ...

2021 09 Genf Verona 5690

 

 

 ... weiter in eine Kehre-Gruppe. Gut das kein Verkehr ist. Die schweren LKWs würden sonst sicher in den Serpentinen die ganze Straßenbreite benötigen.

2021 09 Genf Verona 5710

 

 

 Eine Schlucht wird mit einem Tunnel umfahren und dann habe ich etwa 600 Höhenmeter vernichtet. Nun könnte man einfacherweise der Hauptstraße folgen (ist ja eh nix los) oder ...

2021 09 Genf Verona 5730

 

 

 ... man fährt auf der südlichen Seite eine kleine Straße am Berghang (zusätzliche 100 hm mit 8-12% Steigung) entlang. Dafür ist man nun wirklich ganz allein auf der Straße unterwegs. Oft führt das Sträßlein durch den Wald, aber hin & wieder hat man großartige Ausblicke wie hier.

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 Ich bleibe auf der Nebenstrecke, die später zum offiziellen Radweg ausgewiesen wird.

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Die Straße führt durch Hainen mit Obstbäumen und Esskastanien. Entlang an Felder und eine Manufaktur für Honig. Die ganze Zeit quasi autofrei.

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 Später als ich nach Cuneo komme, ist sogar der Prachtboulevard für die Autos gesperrt. In Summe habe ich seit 50km kein Auto gesehen (abgesehen von der Ortsdurchfahrt in Borgo San Dalmazzo). In Cuneo gibt es dann auch wieder Radwege, doch irgendwie ist die Umsetzung von Radwegen in der Stadt stark verbesserungswürdig. Wahrscheinlich ist dies auch pragmatisch & gut. Denn in Italien braucht man  keine Radschnellwege. Gemütliche Radler nutzen die kurvenreichen Radweg und Rennradler sind auf der Straße einfach akzeptiert.

2021 09 Genf Verona 6010

 

 

 Ansonsten hat mich Cuneo angenehm überrascht. Es gibt eine schöne Innenstadt mit langer Fußgängerzone und Stadtplatz, sowie ...

2021 09 Genf Verona 6030

 

 

 ... viele schöne kleine romantische Ecken zu entdecken.

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 Nach Cuneo habe ich die Alpen nun endgültig verlassen. Der Kontrast könnte mit den oberen Po-Tal, das topfeben ist, stärker nicht sein. Nun werden die mittleren Gänge in Anspruch genommen. (Das mit der Ebene stimmt nicht ganz, denn die Straße fällt sogar stets ganz leicht ab).

2021 09 Genf Verona 6130

 

 

 Unterwegs gibt es wieder so einige Sachen zu entdecken wie die "Bank der Freundlichkeit" ...

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 ... und schöne Street-Art an den Hauswänden.

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 Dann komme ich zu meinen nächsten Quartier. Es ist ein Agriturismo in der Nähe vom Fluss Tanaro. Ein Agriturismo ist ein Bauernhof mit Übernachtungsmöglichkei, wobei ein gewisser Prozentsatz aus eigener Produktion stammen muss, sonst darf man sich nicht Agriturismo nennen. Von einem Agriturismo bin ich bisher noch nie enttäuscht worden. (https://www.agriturismo.it/)

Nach einigen Tagen Solo-Fahrt ist es umso schöner, dass hier schon meine italiensichen Freunde auf mich warten. Es gibt viel zu erzählen und die gute Hausmannkost am Abend rundet die Sache vorzüglich ab.

 

Route:

 

 

 

 

7.Tag : 14.09.2021  Lequio Tanaro (I) :
Rundfahrt durch das Weinbaugebiet Langhe

Etappe-Daten: 122km / 1950hm

 

Im Agriturismo wird Slow Food serviert. Noch nie gehört? Dann wird es Zeit für den Leser es mal zu googeln. Mit Genuss am Abend und Frühstück fahren wir am nächsten Morgen gemeinsam los von unserem Bauernhof. Auf den Gruppenbild sind Antonio, Artemio, Carmelo, Donario und ich (Roland) in alphabetischer Reihenfolge aufsortiert. (Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass dies mir erst beim Schreiben dieser Zeilen aufgefallen ist).

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 Wir starten gemeinsam zu einer lockeren Tagestour, nur Antonio hat sein Gepäck dabei, weil er auf den Weg in Richtung Genua ist. So erklimmen wir gut gelaunt den ersten Anstieg raus aus der Flussniederung vom Tanaro und rein in das Langhe. Langhe! Noch nie gehört? Langhe ist für mich eines der besten Regionen in Italien, die es gibt. Super-Aussichten, gutes Essen, viele kleine Sträßchen und überall nette Leute.

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 Nach 20km erreichen wir Murazzano, wo wir eine Kaffee-Pause einlegen. Ab hier trennen sich die Wege von uns und Antonio.

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 Nicht nur in der Toskana, sonder auch im Piemont gibt es hohe Türme. Einer steht auch in Murazzano

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 Nach Durchquerung von einsamen ländlichen Gebieten kommen wir wieder zu einer größeren Straße. Vorbei geht es an Monsiglio.

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 Die Hügel sind hier eigentlich nicht so hoch, doch dennoch passieren wir einige Tunnels.

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 Immer wiederkommen wir an Haselnuss-Plantagen vorbei. Die Nüsse liegen auf den planierten Boden, so dass man nur zugreifen müsste.

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 Aber wir bevorzugen lieber die süßen Feigen am Wegesrand.

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 Urlaub im September ist perfekt, denn es ist Erntezeit und hier werden die Sonnenblumen getrocknet.

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 Auch liegen die Haselnüsse in der Sonne zum Trocknen. Die Haselnüsse sind eine echte Spezialität der Region. Egal, ob roh oder verarbeitet als Nuss-Mus, sie schmecken einfach köstlich. Nicht umsonst wurde hier der Ferrero-Konzern gegründet.

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 Die Hügel im Langhe liegen zwischen 300 und 700m Höhe. Dazwischen schneiden die Täler tief in die Landschaft ein und sie verlaufen meist in Süd-Nord-Richtung. Je nach Route kann man relativ flach oder recht anspruchsvoll mit vielen Steigungen fahren. Immer wieder gibt es super Aussichten. Eigentlich ein perfektes Radsport-Revier.

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 Rad-Skulptur auf den Weg nach La Morra

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 Zum Schluss kommen wir in das Kern-Gebiet vom Langhe, wo Wein angebaut wird. Hoch geht es nach "La Morra". Das Highlight schlechthin. Bisher besuchte ich immer La Morra, wenn ich im Langhe war.

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 Ein Grund dafür ist der Balkon von La Morra. Von hier hat man eine phänomenale Aussicht über das Weinbaugebiet, wo der Barolo wächst.

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 Carmelo führt uns auf eine Schotterpiste, als wir wieder La Morra verlassen. Nun kommt Eroica-Feeling auf.

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 Ziel der Abfahrt ist die pittoreske Kapelle mitten in den Weinbergen. Ein Amerikaner hat diese hergerichtet und bunt anmalen lassen. Daraus ist ein echter Hingucker geworden.

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 Ein Blick auf das Dörfchen Barolo. Die Touristen-Dichte nimmt merklich zu. Kein Wunder, denn es ist auch Hoch-Saison für die Trüffel-Ernte.

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 Zusammen noch ein letzter Blick auf die Langhe, ....

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 ... bevor es dann heimgeht zum Agriturismo. Wir haben genug Zeit bis zum Abendessen und können bereits Pläne für die nächste Radtour schmieden.

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 Am Abend gibt es dann wieder gute Hausmannskost im Slow - Food - Modus. Wieder geht ein schöner Tag zu Ende.

 

 

 Route:

 

 

 

 

8.Tag : 15.09.2021  Lequio Tanaro  ==> St. Guiletta

Etappe-Daten: 184km / 1800hm

 

Donario ist bereits am Vortag abgereist. Dafür begleitet uns heute Pasquale für einen Tag. Heute haben wir uns der Größe nach aufgestellt.

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Wieder geht es durch das Langhe, wo bereits die Wein-Lese begonnen hat.

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 Immer wieder haben wir grandiiose Aussichten auf die schönen Hügel vom Langhe.

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Die Trauben sind wirklich gut, auch wenn sie noch nicht zum Wein verarbeitet worden sind.

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 Immer wieder kommen uns Gespanne entgegen, die randvoll mit Trauben gefüllt sind. Auch muss man sagen, dass ohne Flüchtlinge die Traubenernte hier wohl nicht möglich wäre. Zahlreiche Arbeiter mit afrikanischen Wurzeln habe ich zwischen Rebstöcken gesehen.

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 Auf kleinen Straßen fahren wir von West nach Ost. Da wir mit Gepäck beladen sind, versuchen wir möglichst immer am Bergkamm uns fortzubewegen. So hat man die beste Aussicht und wenigsten Höhenmeter.

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 ... und schon wieder kommt uns ein Gespann mit Trauben entgegen. Bloß aufpassen, dass kein Unfall passiert, sonst waren die Mühen eines Jahres umsonst.

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Erneut ist ein Hänger randvoll mit Trauben gefüllt.

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 Mir ist schleierhaft, warum alle Deutschen in die Toskana fahren. Das Piemont mit den Langhe ist meiner Meinung nach noch viel schöner. Auf jeden Hügel scheint ein Palast oder ein Dörfchen mit Kirche oder Wehrturm zu stehen.

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 Und so gut gelaunt radeln wir zu dritt durch das kleine Paradies.

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 Doch dann kommen wir an das Ende der Langhe. Ein letzter Weinberg mit Stiften ist am Wegesrand.

2021 09 Genf Verona 7620

 

 

 Über den Fluss Bormido geht es nach Sezzadio. Der Fluss sah heute unscheinbar aus. Kaum Wasser im Flussbett, doch im Herbst ändert es sich schlagartig, wenn der Regen fällt.Dann verwandelt er sich einen Strom und reißt so einiges mit. Ähnlich wie der Fluss Tanaro, wo letztes Jahr einige Kilometer von der Regional-Straßen weggespült wurden.

2021 09 Genf Verona 7640

 

 

 Ein kurzer Stopp in der Bar. Das Hörnchen kann man sich je nach Geschmack mit veschiedenen Cremes füllen lassen; dafür stehen die 7 Spender bereit.

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 Radwege auf italienisch. Mehr sage ich nicht.

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 Nun sind wir wieder in der Po-Ebene, wo stattliche Bauernhöfe den Weg säumen.

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Hier werden Tomaten angebaut. Nicht als Kletterpflanze, sondern auf den Boden liegend. Die Ernte verläuft anders als ich es mich vorgestellt hatte. Wie bei uns der Mais mit zwei Fahrzeugen gehäckselt wird, sammelt hier eine Maschine die Tomaten auf und schüttet diese gleich in den Hänger. Ich nehme an, dass daraus passierte Tomaten verarbeitet werden.

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Dann ein Schild am Straßenrand: Casa Coppi. Nicht weit von Tortona, wo das Schild steht, wurde Fausto Coppi geboren. Leider haben wir keine Zeit für den Umweg zum kleinen Casa Coppi.

 

2021 09 Genf Verona 7740

 

 

Eigentlich sind wir in Tortona schon müde. Wir gönnen uns ein Eis. Dann der Blick auf die Marschtabelle: "noch weitere 50km bis zum Ziel". Also greifen wir unsere Reserven an und fahren los. Dann bekommen wir unerhoffte Hilfe in Form eines perfekten Rückenwindes. Bei den Tempo in der Ebene schmelzen die Kilometer dahin wie Eis in der Sonne.

2021 09 Genf Verona 7790

 

Am Abend kommen nächtigen wir wieder in einem Agriturismo. Als Besonderheit bekommen wir einen Bonarda-Wein aus den eigenen Anbau serviert. In diesem Augenblick bereue ich mit den Radl unterwegs zu sein. Eine Flasche kostet nur 4.50 EUR. Da hätte ich mir schon die ein oder andere Kiste Wein ins Auto gelegt.

 

 

Route:

 

 

 

 

9.Tag : 16.09.2021   St. Guiletta  ==> Peschiera del Garda

Etappe-Daten: 183km / 460hm

Die heutige Etappe ist eine Flach-Etappe durch die Po-Ebene. Eigentlich ganz einfach, wenn die Wetter-Prognosen nicht Regen für 13 Uhr vohergesagt hätten. So kommt doch etwas Druck auf, dass man möglichst viele km im Trockenen hinter sich bringt. So verabschieden wir uns nach den Frühstück. Carmelo und Pasquale fahren Richtung Westen und den Wolken entgegen. Ich breche nach Osten auf und versuche den Wolken zu entkommen. Die ersten Schauer ziehen auch tatsächlich an mir vorbei und ich bekomme nur ein paar Tropfen ab. Wie gestern fahre ich auf kleine Straßen oder gar auf der Damm-Krone vom Fluss Po. Wenn man so dahingleitet, könnte man meinen, dass jeden Augenblick Don Camillo und Peppone gleich auftauchen.

 Zunächst überquere ich den Po in den Norden und komme dann nach Gera - nicht in Sachsen, sondern am Fluss Adda. Bei wem klingelt was, wenn er den Fluss Adda hört? Richtig. er fließt zunächst durch Bormio und den Comer See, bevor er hier in den Po mündet.

2021 09 Genf Verona 8150

 

 

 Auf den Feldern geht es international zu. Neben italienischen Strohballen gesellen sich auch einige deutsche und französische.

2021 09 Genf Verona 8180

 

 

 Nach 90km erreiche ich meinen großen Zwischenstopp: Cremona am Po. Hier pulsiert das Leben. Die erste Schulwoche hat begonnen und nach Unterrichtsschluss strömen die Schüler durch die Fußgängerzone.

2021 09 Genf Verona 8210

 

 

Neben den quirligen Leben gibt es in Cremona auch ganz ruhige Ecken und Gassen zu entdecken.

2021 09 Genf Verona 8220

 

 

 Die Innenstadt von Cremona ist ein Gewirr von Einbahnstraßen, so dass so gut wie keine Autos in der Altstadt fahren.

2021 09 Genf Verona 8250

 

 

 Der berühmteste Sohn der Stadt dürfte Stradivari sein. Seine Geigen sind ein Vermögen wert.

2021 09 Genf Verona 8300

 

 

 Natürlich gibt es wie in jeder größeren it. Stadt auch einen Dom mit Baptisterium.

2021 09 Genf Verona 8310

 

 

 Der Zeitungskiosk auf den Dom-Platz.

2021 09 Genf Verona 8320

 

 

 Die Löwen am Eingang vom Baptisterium.

2021 09 Genf Verona 8340

 

 

 Nach der Sightseeing-Tour geht es weiter in Richtung Nord-Osten und somit weg vom Fluss Po. Nun gibt es wieder viel Landwirtschaft und immer wieder verschlafene italienische Ortschaften.

2021 09 Genf Verona 8430

 

 

 Was in Italien einfach super ist, sind die öffentlich zugänglichen Wasserstellen. In Italien braucht man wirklich nur eine Trinkflasche. Ein Brunnen oder Wasserhahn ist nie weit. Falls es doch mal eng wird, dann gibt es immer noch eine Bar in fast jeder Ortschaft.

2021 09 Genf Verona 8450

 

 

Der Regen für heute war wieder abosolute Fehl-Prognose. Mir soll es recht sein. So komme ich trocken zu meinen Tagesziel am Garda-See. In Peschiera del Garda strömen die Touristen durch die Stadt. Man spricht Deutsch.  Jedesmal, wenn ich vom südlichen Italien komme, ist es ein Kulturschock mit den vielen Deutschen. Mein Italienisch - Lehrer aus Sizilien hat einmal gesagt: "Das echte Italien fängt südlich von Rom an." An den Spruch ist etwas wahres. So viele herzliche Leute wie im Mezzogiorno (= Süden Italiens) findet man nirgends.

2021 09 Genf Verona 8660

 

 

Route:

 

 

 

 

10.Tag : 17.09.2021  Gardasee ==> Verona

Etappen-Daten: 34km 7 200hm (plus Heimfahrt 15km)

 

Der Etappen-Ort Peschiera del Garda wurde strategisch gewählt. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung bis Verona. Neblig ist es am Morgen garniert mit viel Autoverkehr. So viel Verkehr habe ich seit Genf nicht mehr gesehen. Leicht genervt weiche ich irgendwann von meiner Route ab und fahre durch Wohngebiete. Ein Blick auf die Uhr. Ja, es ist noch Zeit für einen Stopp im Supermarkt (der erstmal gefunden werden will) und für einen Abstecher in die Innenstadt.

 

Kurzer Fotostopp an der Arena.

2021 09 Genf Verona 8700

 

 

 und dann geht es zum Bahnhof. Natürlich bin ich viel zu früh da. Obwohl der Zug hier startet ist er noch nicht bereitgestellt. Als er kommt strömen die Massen zu den Türen. Für mein Radl habe ich einen festen Platz reserviert, aber nicht für mich. Mit Ach und Krach finde ich einen freien Platz, der nicht reserviert ist. An jeder Haltestelle wird der Zug voller und voller.

2021 09 Genf Verona 8800

 

 In Italien darf man nur in den Intercity steigen, wenn man einen Impfstatus vorweisen kann. Zudem muss immer der Nachbarplatz frei bleiben. In Österreich ist diese Regel obsolet. Kurz nach Grenzübertritt nach Deutschland noch ein kurzer Aufreger. Der Grenzschutz hat zwei Flüchtlinge im Zug aufgegriffen und dadurch verspätet sich der Zug um 15 Minuten. Ein Glück, dass der ICE in München wartet. Nach nur 90 Minuten bin ich dann wieder in Erlangen. Die restlichen Meter bis heim sind geschenkt.

 

 

Route:

 

 

 

 

 

 

 Tourdaten im Überblick:

Tag Wochentag Abfahrt Ankunft
08.09.21 Mittwoch Von daheim  nach Nürnberg - Genf 38 km 200 hm 04:00 05:20
Genf - Annecy - Faverges 79 km 1.385 hm 15:00 19:00
09.09.21 Donnerstag Faverges – Col del Tamie - Col del la Madeleine – Col du Telegraphe – Valloire 132 km 3.450 hm 07:15 15:15
10.09.21 Freitag Valloire – Col du Galibier – Col d'Izoard – Guillestre 106 km 2.620 hm 08:45 15:00
11.09.21 Samstag Guillestre – Col de Vars - Jausiers 43 km 1.150 hm 07:45 10:45
Jausiers – Col de la Bonette – Jausiers 85 km 2.950 hm 11:00 17:30
12.09.21 Sonntag Jausiers – Allos – Col St. Michel – Col Cayolle – Jausiers 190 km 3.480 hm 07:00 17:30
13.09.21 Montag Jausiers – Col de Larche – Cuneo – Lequio Tanaro 143 km 1.350 hm 09:00 16:00
14.09.21 Dienstag Tagestour ins Weinbaugebiet Langhe 122 km 1.950 hm 09:00 17:15
15.09.21 Mittwoch Lequio Tanaro – Tortona – St. Guiletta 184 km 1.850 hm 09:00 17:45
16.09.21 Donnerstag Santa Giuletta – Peschiera del Garda 183 km 460 hm 08:00 16:00
17.09.21 Freitag Peschiera del Garda – Verona 33 km 170 hm 08:00 10:15
Verona – von Erlangen nach Hause 15 km 50 hm 18:40 19:20
      1.353 km 21.065 hm    

 

 

Eine schöne Radtour ist wieder vorbei. Gesund und munter komme ich wieder heim. Nach der Tour ist vor der Tour. Ideen sind mehr als genug vorhanden.

 

Ciao

Roland

 

 

 

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