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Schon seit Jahren treffen wir uns von der Friedensfahrt für ein Warm-Up. Dieses Jahr kommen wir in Budapest zusammem und radeln über das kleinste Hochgebirge Europas "Hohe Tatra" zum Startort vom Maratona della Pace 2026 in Krakau.
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Übersicht
3.Etappe: Roznava - Stbske Pleso
4.Etappe: Strbske Pleso - Zakopane
Dieses Warm-Up war eine schwierige Geburt. Die ursprüngliche Idee war von Tallinn nach Krakau zu radeln. Doch für die 1800km hätten wir 2 Wochen gebraucht zu viel. Die nächste Idee war von Polens Osten Przml Glowny durch die Urwälder Polens nach Krakau zu fahren, doch die Anreise war meinen italienischen Freunden zu umständlich. Letztlendlich haben wir uns in Budapest getroffen und sind einfach Richtung Norden nach Krakau gestrampelt.
Ich reise umweltfreundlich mit der Bahn nach Budapest. Da die direkte Bahnverbindung über Regensburg wegen einer Baustelle gesperrt ist, muss ich den Umweg über München nehmen. Mein ICE startet in Nürnberg. Die Bereitstellung verzögert sich. Dann kommt eine Doppel-Traktion eingefahren und der hintere Teil ist mein Zug. Nun warten wir auf der Abfahrt. Original-Ton vom Zugführer: " Sehr geehrte Fahrgäste, unser Abfahrt verzögert sich, weil wir noch auf einen Lokführer warten, der mit den vorderen Zugteil uns aus den Weg räumt."
Nichtsdestotrotz komme ich ohne große Verspätung in Budapest an und unternehme eine kurze Sight-Seeing-Tour. Hoch auf die Hügel vom Stadteil Buda und schaue über die Donau nach Pest.

Unsere Unterkunft ist in Pest. So überquere ich die Donau mit den Parlament.

Meine italienischen Freunde reisen mit den Flugzeug ein und kommen erst spät an, so dass wir keine Zeit für eine gemeinsame Stadt-Tour haben.
1.Etappe: Budapest - Lucenec am 27.06.2026
Startfoto in Budapest mit Roland, Antonio, Pasquale und Davide.

Kurzer Stopp an der Burg Vajdahunyad

Alles ist neu und ungewohnt entsprechend oft, wird das Handy gezückt um Erinnerungen festzuhalten.

Wir durchqueren eine Park und neben den üblichen Spiel- und Freizeiteinrichtungen ist ein Bereich mit Kunstrasen abgetrennt. Bei genauerer Betrachtung stellen wir fest, dass dies der Hundespielplatz ist.

Heute ist zum Glück Samstag und deshalb der Verkehr etwas ruhiger, denn auf unserer Route folgen wir einige Straßen, die auch heute ziemlich befahren sind. Je weiter wir uns von Budapest entfernen, desto ruhiger wird es. Bald kommen wir durch ruhige Ortschaften. Hier fallen mir die Postämter auf, die es in jeder Ortschaft gibt. Briefkasten, Postamt, Telefonzelle und Sirene gehören anscheinend zur Standard-Ausstattung.

Nach gut 100km verlassen wir Ungarn. Keine Grenz-Kontrollen. Nur ein Schild begrüßt uns in der Slowakei. Nun brauchen wir zum Zahlen keine Forint mehr, sondern können wieder unsere Euros verwenden.

Häufig sehen wir die Störchen-Nester auf Masten. Quasi jede Ortschaft hat ihren eigenen Storch. Doch Brunnen und Geschäfte sind nicht zu sehen und wir fragen Leute, die in Garten arbeiten, um Wasser. Vielen Dank nochmals dafür.

Das Wetter ist heiß. In Deutschland herrscht eine Hitze von 40°C. Hier ist mit 36°C nur knapp weniger heiß und macht uns ganz schön zu schaffen.Ein Bildnis der Anstrengung. Wer ist weniger fertig?

Vor der Synagoge von Lucenec stehen Mauerreste, die mit zahlreichen Sprüchen behängt sind.

Wir haben eine Unterkunft mit Verpflegung gebucht. Als Vorspeise gibt es eine Suppe, deren Temperatur uns in der Hitze fast zum Überkochen bringt. Bier und Kofola kühlen uns ab. Normalerweise frage ich nie nach einer Klima-Anlage, doch hier war ich froh das Zimmer auf angenehme 28°C abkühlen zu können.

2.Etappe: Lucenec - Roznava
Am nächsten Tag verlassen wir die weite Ebene und sehen bald die ersten Hügel der Slowakei vor uns.

Als wir starten sind die Temperaturen noch angenehm, doch bald wird es heiß. Die ersten Hügel umgehen wir mit einen Radweg auf ehemaliger Bahnstrecke (inkl. Tunnel). Obwohl wir unsere Flaschen bei jeder Gelegenheit auffüllen, laufen wir bald auf Reserve. Wie gestern gibt es viel Natur und wenige Ortschaften und noch weniger Geschäfte. Zum Glück finden wir eine Quelle.

Obwohl wir schon um 7 Uhr losgefahren sind, kommen wir in die Hitze. Am letzten Hügel heizt uns die Sonne richtig ein.

Kurz nach 14 Uhr kommen wir am Ziel an. Es herrscht eine Glut-Hitze und wir verziehen uns in die Zimmer. Bald wird mir klar, dass wir ja weit im Osten sind und die Zeitverschiebung uns eine Stunde nach hinten katapultiert. 14 Uhr hier entsprechen bei uns 15 Uhr. Kein Wunder, dass es so heiß ist.
Abends finden wir noch ein nettes einheimisches Lokal - wir sind wohl die einzigen, die nicht slowakisch sprechen.Obwohl wir im Schatten sitzen, schwitzen wir um die Wette - es kühlte einfach nicht ab.

Selbst nach Sonnnenuntergang herrschen noch Temperaturen weit über 30°C.

3.Etappe: Roznava - Strbske Pleso
Die Hitzewelle soll nach Osten, sprich zu uns ziehen. Heute steht zum Abschluss ein Anstieg an einem Südhang an. Mit den Wissen der Zeitverschiebung und der Erfahrung von Vortag beschließen wir schon frühzeitig aufzubrechen. Um 5 Uhr wollen wir los und passieren tatsächlich um 5:13 den Kirchturm von Roznava.

Den ersten Anstieg des Tages mit gute 500hm legen wir im Wald zurück. Noch brauchen wir den Schatten nicht, den es ist mit 23°C angenehm warm.

Die Route führt uns durch weite Waldgebiete. Nur im Tal gibt es Ortschaften, in welchen das Leben anscheinend auch einen Gang zurückgeschaltet hat.

Bald verlassen wir die Berge und kommen wieder in "Kulturland". Breitere Straßen, mehr Autos, größere Orte bzw. schon Städte. Wir entgehen den Verkehr, indem wir gut ausgebaute Radwege quer durch die Felder nehmen.

In der Ferne sind die Berge schon zu erkennen - unser Tagesziel. Der höchste Gipfel der Hohen Tatra ist die Gerlsdorfer Spitze mit 2655m.

Am Anstieg fallen uns folgende Käfige auf. Darin sind Mülltonnen eingesperrt. Nun ist es so, dass keiner Angst hat, dass die Mülltonnen geklaut werden, sondern das Plündern durch die hier lebenden Bären verhindert werden soll. Man möchte nicht, dass sich die Bären an die Menschen gewöhnen.

Etwas weiter sehen wir dann schon unser Hotel in Strbske Pleso.

Strbske Pleso (Tschirmer See) ist ein Wallfahrtsort der slowakischen Bergfreunde. Hotel an Hotel. Anfahrt ist auch mit der Zahnrad-Bahn möglich. Der See liegt wirklich idyllisch unter den Berggipfeln. Im Winter steppt hier der Bär. Langlauf-Loipen, Skipisten und sogar zwei Sprungschanzen gibt es hier.
Wir wandern an diesem Tag nur noch um den See. Die Hitze auf der Anfahrt fordert ihren Tribut.

Unser Hotel hat eine außergewöhnliche Architektur.

4.Etappe: Strbske Pleso - Zakopane
Das Frühstück wird erst ab 8 Uhr serviert. Ich bin aber schon viel früher wach - Zeit genug, um zum benachbarten Bergsee "Popraske Pleso" zu radeln. Der Anstieg entspricht etwa den Höhenunterschied aus den Regnitz-Tal hoch auf den Jura. Also nicht kein Kinderspiel, aber auch nicht besonders herausfordernd. Hinauf war ich quasi allein auf der Straße. Am See liegt ein Hotel, so dass schon etliche Gäste zu sehen sind. Aber auf denselben Weg wieder hinab strömten mir die Wandergruppen nur so entgegen.

Nach den üppigen Frühstück ziehen wir gemeinsam los. Eine Überquerung der Hohen Tatra ist mit den Rad nicht möglich. Keine asphaltierte Pass-Straße und selbst mit den Mountain-Bike dürfte es schwierig sein, da Radfahren im Nationalpark verboten ist. So umrunden wir mehr oder weniger das Gebirge bei herrlichen Sonnenschein. Hier auf über 1000m Höhe haben wir auch kein Problem mehr mit der Hitze.

Wir kommen immer wieder durch Ortschaften, die zahlreiche Unterkünfte für den Winterbetrieb beherbergen. So viele Ski-Gebiete gibt es hier im Osten nicht. An einer Ski-Piste machen wir kurz Rast, schießen ein paar Selfies und bewundern die Holzschnitzereien, die hier omnipräsent sind.

Bevor wir die Slowakei verlassen, kehren wir in der letzten Wirtschaft noch kurz ein und sind danach im Zloty-Land Polen. Der Fluss bzw. Bach bildet die Grenze. Dahinter ist ein Hauptzugang zum National-Park. Man tut gut daran, seinen Parkplatz fürs Auto vorab zu reservieren. Ansonsten wir man gleich abgewiesen. Die meisten wandern eine breite Asphalt-Straße zum Meeresauge - ein Bergsee. Eigentlich auch für uns Radler geeignet, aber leider verboten.

Stattdessen besuchen wir noch einen Baumwipfel-Pfad mit angeschlossener Aussichtsplatform die quasi über den Boden zu schweben scheint.

Weiter geht es nach Zakopane - den Wintersport-Ort in Polen. Hier steppt der Bär bzw. die Touristen sind in Scharen unterwegs. Hotel an Hotel. Freizeit - Aktivitäten en masse.
Die Sprungschanzen darf man natürlich nicht verpassen.

Um die Schanze herum gibt es eine NIppes-Bude, neben der anderen.

Eine Besonderheit ist die Beschriftung des stillen Örtchens in Polen. Kreis und Dreieck weisen einen in die richtige Tür. Die Chancen liegen bei 50% die richtige Tür zu erwischen.

Als Snack zum Mitnehmen werden frittierte Spiral-Kartoffeln angeboten. Eine Knolle wird frisch sprial-förmig aufgeschnitten, dann frittiert und gewürzt.

Fertig ist das Gericht und danach die Hände wunderbar fettig. Mehr gedrehte Kartoffelchips, als geschnittene Pommes.

5.Etappe: Zakopane - Krakow
Nun verlassen wir die Hohe Tatra und mit jeder neue Anstieg führt immer zu einem niedrigeren Hügel. Das Höhenprofil schaut wie ein absteigendes Sägeblatt aus. Anfangs stehen noch viele schöne Holzhäuser und Kirchen am Wegesrand. Meist fahren wir auf Nebenstrecken, um den Verkehr zu entgehen. Ein Anstieg entpuppt sich als Muro = Mauer. Sausteil und schmale Straße, zwar nur ein paar hundert Meter lang, aber bestimmt zwischen 15 und 20% steil. Das Gepäck macht es nciht leichter. Mit Ach und Krach schaffen wir es über den Hügel.

Tourdaten