Endlich komme ich mal wieder in die Alpen. Zusammen mit Zdenek fahre wir mit den Auto nach Zürich und starten von dort unsere Tour in die Berge.

 

 

Etappe 1: Zürich - Innertkirchen (131 km / 2154 hm)

 Die Anreise mit Auto geht schnell. Kein Stau. Schon um 9 Uhr sind wir in Zürich und packen unsere Räder aus. Vorbei an Züricher und Zuger See kommen wir über kleine Nebenstraßen zum Vierwaldstätter See nach Luzern.

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Weiter gehts zum Sarner See und über Nebenstrecken (teils auch über Naturstraße) erreichen wir den Brünigpass. Bei der Planung dachte ich, dass eine Straße neben einer Bahnlinie flach sein dürfte. Vergessen habe ich, dass es in der Schweiz viele Zahnradstrecken gibt, so dass wir doch ordentlich ins Schwitzen gekommen sind.

 

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 Weiter über kleine Almstraßen kommen wir nach Innertkirchen, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen.

 

 

 

Etappe 2: Innertkirchen - Große Scheidegg - Männlichen - Innertkirchen (111 km / 3146 hm)

 Heute ist Sonntag. Sonne pur ist vorgehsagt. Blöd nur, dass dies nicht ideales Wetter für Radler sondern auch für den motorisierten Autoverkehr ist. Hier am Passkassurell treffen sich die ganzen Benzin-Junkies ein und geben Gummi, dass es nur so stinkt und dröhnt.

 So etwas habe ich mir daheim schon fast gedacht und habe für den Sonntag eine Alternative gesucht. Über die große Scheidegg gibt es eine Straße, die nur für die Postbusse freigegeben ist. 

Abgesehen von ein paar Ausflüglern bleiben wir ohne jeglichen Verkehr. Bald sehen wir das Wetterhorn (3701m) an der Passhöhe.

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Auf der ganzen Fahrt sind uns nur 2 Busse entgegengekommen bzw. haben uns überholt. Aber die Straße ist eng und zum Teil musste ich in den Grünstreifen ausweichen. Als Warnung gibt es Zeichen auf der Straße. Angeblich hat es schon schwere Unfälle mit Radler gegeben.

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Nach der Abfahrt kommen wir nach Grindelwald und machen Rast. Ne Cola in einer Bäckerei kostet 4.20 CHF. Na ja, die Schweiz war noch nie billig. Die Stärkung brauchen wir aber, denn es geht hoch zum Männlichen. Eine Sackgasse, die es ins sich hat. Steigung und Panorama haben Höchstnoten.

 Zunächst passieren wir eine Alm mit Kühen. Im Hintergrund sieht man die Trasse der Jungfrau-Bahn von Grindelwald zur kleinen Scheidegg.

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 Wimmelbild: Finde den Radler !!

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 Immer die Eigernordwand im Sichtfeld, ersteigen wir die enge Straße hoch zum Männlichen.

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 Hier ist Jubel, Trubel, Heiterkeit. Zahllose Touristen sind mit der Seilbahn nach oben gefahren. Dennoch ist die Aussicht ins Tal von Lauterbach einfach genial.

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Noch besser ist das Dreigestirn von Eiger, Möch und Jungfrau.  Alles Gipfel um die 4000m.

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 Bergab kann man es nicht laufen lassen. 10% und mehr und schmale Straße passen einfach nicht zusammen. 

Weiter geht es nach Interlaken zum Brienzer See. Eigentlich dachten wir, die Steigungen vorbei. Doch hier warteten uns etliche kurze giftige Rampen auf uns.

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Zum Abschluss noch hoch über die Aareschlucht, wo uns eine Überraschung erwartete. Fuhren anfangs die Autos noch an Stoßstange an Stoßstange war auf einmal Ruhe. Ein Motorrad-Unfall stellt den Verkehr ein. 3-4h ist die einzige Straße gesperrt. Super. Wir fahren an die Autos vorbei. Schweizer rufen uns nach "Hinten anstellen" aber uns juckt das nicht. Wir nehmen einen Wanderweg, schultern für 30m die Räder und umfahren die Unfallstelle. Wie froh bin ich ein Radler zu sein.

 

 

 

Etappe 3: Innertkirchen - Domodossola (160 km / 3383 hm)

 Zum Glück gibt es schon um 6 Uhr Frühstück in unseren Quartier. So starten wir schon um 7 Uhr hoch zum Grimsel. 15oo hm, welch ein Genuss.

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Etliche Tunnels umfahren wir auf der alten Passstraße. Heute am Morgen ist der Verkehr auszuhalten. Erst kurz vor der Passhöhe überholen uns die ersten Motorrad und Porsche Flitzer.

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Doch der Grimsel ist nicht hoch genug. Wir fahren weiter zum Oberalpsee, wo die Bergwelt wieder einsam und ruhig ist. Hier und da spitzt ein Murmeltier aus der Höhle.

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 Kurzes Genießen vom Ausblick und dann wieder zurück zum Grimsel.

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 Nun geht es stetig bergab bis nach Brig. Wieder scheint die Sonne und erhitzt den Talboden mächtig. Am Aufstieg zum Simplon verdörren wir förmlich in der Sonne. Das Thermometer stieg bis auf 42°C und wenig Schatten.

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 Zum Glück gibt es noch die alte Pass-Straße, so dass wir wenigstens unter uns waren. 

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Doch nach der Brücke ging es auf der neuen Straße weiter. Die Galerien spenden Schatten und eine Ampel an einer Baustelle stoppt den Verkehr. Nur alle paar Minuten dröhnt der Auto und LKW-Verkehr in unseren Ohren.

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 Dann erreichen wir den Simplon. Vor Freude, dass es ab jetzt nur noch bergab geht, lässt mich das Schild erklimmen.

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Auf breiter Straße geht es bergab. Mir macht es nichts aus es schnell laufen zu lassen und im Verkehr mitzuschwimmen. Doch ist es wirklich gefährlich, wenn einen die schweren LKWs bergab überholen. Wieder enge Galerien, wo man schnell übersehen werden kann.

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Daher sind wir froh bald die Hauptstrasse zu verlassen und endlich in Domodossola anzukommen. Keine 2h nach unserer Ankunft bricht ein schweres Gewitter ein. Welch ein Glück, dass es schon um 6 Uhr Frühstück gab.

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Etappe 4: Domodossola - Cumiana  (218 km / 988 hm)

 In Domodossola treffen wir unseren Carmelo und essen gemeinsam zu Abend. Welch eine Freude, alte Freunde wiederzutreffen.

Nun geht es zu dritt weiter in Richtung Süden. Am Lago d'Orta legen wir einen kurzen Fotostopp ein.

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 Danach erwartet uns die Po-Ebene mit ihren Reisfeldern.

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Wir werden von Carmelo zu sich nach Hause zum Mittagessen eingeladen. Na ja, vielleicht hätten wir schneller treten sollen, um nicht erst um 15 Uhr anzukommen.

 Dann geht es weiter nach Torino. Wieder finde ich einige neue Ausblicke, die vorher noch nicht kannte.

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 Dann endlich erreichen wir Cumiana. Ein kurzer heftiger Regendusch wäscht uns sauber und wir kommen bei unseren Freunden an.

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Etappe 5: Cumiana (nix km / nix hm)

 Heute ist Ruhetag. Kein Radfahren geplant. Stattdessen erklimmen wir zusammen mit Daniele den Hausberg von Cumiana den Tre Denti. Am Abend haben wir das Kirchlein gesehen und entschlossen uns es genauer anzuschauen.

 

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 Der schattige Weg führt uns stetig bergan und bald sehen wir die Felsen mit der Kapelle.

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 Ein atemberaubender Ausblick sowohl auf die Po-Ebene als auch auf die Alpen. Wahnsinn. Cumiana ist super. Man hat vor der Haustür die Po-Ebene, man hat die Berg und wenn man will ist man gleich am Meer. Eine kurze Runde hoch zum Ortsteil Verni hat auch nur 16.8km aber immerhin einen Anstieg von 550hm  am Stück. Eine echt schöne Wohngegend. Wenn ich da wohnen würde, dann wäre ich wahrscheinlich kaum in der Arbeit.

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 Blick auf Cumiana.

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 Am Abend hat uns Pasquale zum großen Abendessen (Cena) eingeladen. Super Essen und tolle Gesellschaft.

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Etappe 6: Cumiana - Asti (174km / 1722 hm)

Nun verlasse wir unsere Freunde wieder und fahren weiter durch die Po-Ebene. Die Straßen sind teilweise übel. Man merkt, dass das Geld fehlt.

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Kurzer Stopp in Racconigi am Schloss. Wir freuen uns über den bewölkten Himmel, so wird es nicht so heiß.

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 Dann erreichen wir die Weinberge rund um Barolo. Nun stört uns doch etwas der Dunst.

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 Barolo. Auf den Markt hat am Sonntag Depeche Mode ein Konzert gegeben.

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 Auf jeden Hügel scheint ein Schloss oder Weingut zu stehen. Schön anzusehen.

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 So sind Männer eben. Zielsprint am Etappenziel. Mal wieder hat Zdenek gewonnen.

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 Asti, bekannt für den Sekt, doch wir gönnten uns lieber ein Eis.

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Etappe 7: Asti - Porto Ceresio (179km / 1159hm)

 Weiter geht es durch das Hügelland in Richtung Norden. Kaum Verkehr und tolle Landschaft. So verfliegen die km in Flug.

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 Immer wieder Sonnenblumenfelder.

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In Casale machen wir Rast. In der Fußgängerzone herscht schon emsiges Treiben. Heute scheint wohl keiner zur Arbeit zu gehen. Dann überqueren wir wieder den Po und es wird flach. Reisfelder und die Berge im Hintergrund. Heute ist eine tolle Sicht.

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 Quasi Autofrei durchqueren wir weite Strecken der Ebene.

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 Wasserversorgung ist in Italien kein Problem. Überall findet man Brunnen oder sogar richtige Zapfstellen, wo man für wenige Cent kühles Wasser tanken kann.

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 Am Canale Grande fahren wir weiter  Richtung Norden. Eine tolle Strecke neben klaren schnellfließenden Wasser.

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 Doch dann passiert ein Malheur. Ein Bordstein hüpft Zdenek vor das Rad und runiert die Felge. Die Flanke war komplett eingedrückt, doch wir schaffen es das Rad wieder lauffähig zu machen. Bremsen am Vorderrad ist nicht möglich und das Rad hüpft bei jeder Umdrehung. Zdenek ist hart im Nehmen und schafft es die letzten 20km bis zum Tagesziel damit zurückzulegen. Welch ein Glück, dass wir keine Berge mehr haben. Auch am nächsten Tag meistert klaglos die letzten 25km.

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 Den Umständen zum Trotz gönnen wir uns dennoch ein Eis. Es ist ja schließlich Urlaub.

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Etappe 7: Porto Ceresio - Lugano  (25km / 176hm)

 

 Nun geht es nur noch den Luganer See entlang.   

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 Heute ist Samstag und entsprechend wenig Verkehr. In Lugano steigen wir in den Zug und fahren zurück nach Zürich, wo unser Auto steht.

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Bei Zeiten kommen wir wieder daheim an. Ein toller super Urlaub geht zu Ende. Vielen Dank an Zdenek und unseren Freunden aus Cumiana.

Ciao

Roland

 

Etappenüberblick

 

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